Amsterdam Reiseführer mit den Tipps für Ihren Urlaub in Niederlande
Amsterdam, Seehafen, Hauptstadt und größte Stadt der Niederlande, im Westen des Landes in der Provinz Noord-Holland, am IJ (einem Seitenarm des IJsselmeeres) gelegen. Obwohl Amsterdam Hauptstadt des Landes ist, befindet sich der Regierungssitz in Den Haag.
Amsterdam wird von Kanälen (so genannten Grachten) in ungefähr 90 Inseln geteilt, die durch mehr als 1 000 Brücken miteinander verbunden sind. Fast die gesamte Stadt ruht auf einem Fundament aus Pfählen, die in die darunterliegende solide Lehmschicht eingerammt sind.
WIRTSCHAFT
Amsterdam ist eines der geschäftigsten Handelszentren Europas. Der bedeutende Hafen ist mit der Nordsee und anderen europäischen Ländern durch ein dichtes Eisenbahn- und Kanalnetz verbunden, vor allem durch den Nordseekanal, der für Hochseeschiffe befahrbar ist. Auf dem internationalen Flughafen Schiphol wurden 2001 annähernd 39,5 Millionen Passagiere abgefertigt; damit stand er an vierter Stelle in Europa. Schiphol liegt etwa vier Meter unter dem Meeresspiegel und ist damit der tiefstgelegene Flughafen der Welt.
Bedeutende Produktionsbetriebe in Amsterdam sind Raffinerien, Papier-, Textil-, Glas- und Porzellanfabriken sowie Werke für die Herstellung von Flugzeugen, Autos und chemischen Erzeugnissen. Die Stadt ist auch berühmt für ihre Diamantenschleifereien. Weiterhin ist sie Finanzzentrum der Niederlande. Die Amsterdamer Börse gehört zu den wichtigen Börsen in Europa.
KULTUR
Amsterdams Kultur wurde seit jeher von der Seefahrt bestimmt. Das Niederländische Schifffahrtsmuseum (Nederlands Schepvaart Museum, 1656) und das Tropenmuseum (1926) erinnern an koloniale Zeiten. Über die zahlreichen Grachten führen mehr als 1 000 Brücken (darunter die berühmte Magere Brug, 1670). Im 17. Jahrhundert erlangte Amsterdam eine Schlüsselrolle im kulturellen Geistesleben Europas: Die Akademie der Bildenden Künste, die Königliche Niederländische Akademie der Wissenschaften und die Universität Amsterdam (1632) zeugen davon.
Zu den wichtigsten Museen zählen das Rijksmuseum (1885, von Petrus Cuijpers) mit einer der weltweit größten Sammlungen niederländischer und flämischer Maler (u. a. Rembrandts Nachtwache), das Van-Gogh-Museum (1973, von Gerrit Rietveld) und das Stedelijk Museum (1895) mit einer reichen Sammlung der Bewegung „De Stijl”. Das Rembrandtmuseum wurde im früheren Wohnhaus des Malers eingerichtet, der hier von 1639 bis 1658 lebte und arbeitete. 1987 wurde ein Komplex mit vier Synagogen zum Joods Historisch Museum (Jüdisches Historisches Museum) zusammengefasst, dem bedeutendsten jüdischen Museum außerhalb Israels. Von der tragischen Geschichte zeugt das Anne-Frank-Haus, das von 1942 bis 1944 als Versteck diente. Im Februar 2004 begann im Amstelhof im Zentrum von Amsterdam der Aufbau einer Nebenstelle der Sankt Petersburger Eremitage.
Zu den bedeutendsten Bauwerken Amsterdams gehören die gotische Oude Kerk (Alte Kirche, ab 1306), die Nieuwe Kerk (Neue Kirche, ab 1395), die in den Glaubenskriegen des 16. Jahrhunderts verwüstet wurde, und die Zuiderkerk (1603), heute ein Wahrzeichen der Stadt. Der Hauptbahnhof (Centraal Station, 1889 von Petrus Cuijpers), die Beurs van Berlage (1903) und der Postkantoor (1899) zeugen vom wirtschaftlichen Aufstieg der Stadt um 1900. Der Königspalast (Koninklijk Paleis, 17. Jahrhundert), ursprünglich als Rathaus errichtet, wird nur noch sporadisch von der Königsfamilie genutzt. Die prächtigen Amsterdamer Grachtenhäuser (17.-19. Jahrhundert) an der Heren-, der Keizers- und der Prinsengracht zeugen vom Wohlstand ihrer Erbauer.
Im Bereich von Musik und Theater bietet Amsterdam Vielfalt und Weltklasse zugleich: Die neue Oper (Stadhuis Muziektheater, Rathaus und Musiktheater) wurde 1988 im Jüdischen Viertel errichtet. Hier sind auch das Nationale Ballett und das Nederlands Dans Theater zu Hause. Im Concertgebouw (1888) spielt das weltberühmte Concertgebouworkest. Zu den alljährlichen Festivals kommen Zehntausende von Besuchern, z. B. zum Holland Festival (im Juni) oder dem Prinsengracht-Konzert (Ende August vor dem Hotel Pulitzer). Sehenswert sind auch das im Art-deco-Stil erbaute Kino Tuschinski (1921) sowie das im Vondelpark gelegene Nederlands Filmmuseum.
GESCHICHTE
Amsterdam wurde als Stadt im Jahr 1300 zum ersten Mal urkundlich erwähnt. 1369 wurde die Stadt Mitglied der Hanse. Im 17. Jahrhundert, nach den erfolgreich gegen Spanien geführten Unabhängigkeitskriegen der Niederlande, wurde Amsterdam das wirtschaftliche Zentrum Nordeuropas. Diese Vormachtstellung blieb bis weit in das 18. Jahrhundert erhalten, bis zu dem Zeitpunkt, als der Handel aufgrund der Verschlammung der Zuidersee und der Besetzung durch französische Truppen zurückging. 1810 gliederte Napoleon das Land dem französischen Kaiserreich an. Nach dessen Fall erlangten die Niederlande jedoch ihre Unabhängigkeit zurück, und Amsterdam wurde Hauptstadt. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts erlebte der Handel durch den Bau des Nordsee- und des Nordhollandkanals einen erneuten Aufschwung. Während des 2. Weltkrieges war Amsterdam fünf Jahre lang von deutschen Truppen besetzt.
Die Einwohnerzahl beträgt etwa 735 000 (2002).
Bearbeitet von: Jörg Theilacker
Microsoft ® Encarta ® Enzyklopädie Professional 2005. © 1993-2004 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten.
Weitere Niederlande Reiseführer
Weitere Reiseführer
