Vadso Reiseführer mit den Tipps für Ihren Urlaub in Norwegen

Vadsø, die Bezirkshauptstadt von Finnmark, erhielt schon 1833 das Stadtrecht. Heute leben hier 5.500 Menschen, und Vadsø ist eine der vier Gemeinden in Ost-Finnmark, dem Gebiet rund um den reizvollen Varangerfjord.

Die russische und die finnische Grenze sind nur 190 km bzw. 75 km entfernt. 5 km sind es bis zum Flughafen mit täglichen Nonstop-Verbindungen z.B. nach Tromsø. Die Stadt ist der vorletzte Hafen der Hurtigruten-Linie.

Eine eindrucksvolle Hochebene nördlich der Stadt schützt Vadsø vor dem Nordwind. Zusammen mit dem Golfstrom sorgt sie für ein stabiles Klima, das eher an Festlandsklima erinnert. Weit in der Ferne im Südosten sieht man Russland.

Vadsø ist nicht nur Bezirkshauptstadt, sondern auch das Herz der finnischen Gemeinschaft (Quänen) in Norwegen, die sich durch Einwanderung aus Finnland im 17. und 18. Jahrhundert gebildet hat. Ein Blick in das örtliche Telefonbuch macht deutlich, dass die Mehrzahl der Namen finnisch ist.

Die Insel Vadsøya ist eine der Attraktionen des Projekts "Fußspuren gen Norden", mit dem die norwegische Besiedlung im 16. Jahrhundert nachgezeichnet wird. Die Insel ist bei Niedrigwasser zu Fuß zu erreichen, auf demselben Weg, den auch die Siedler im 17. Jahrhundert nahmen, als sie den Grundstein für die heutige Stadt legten. Die ältesten nachweisbaren Siedlungsspuren lassen sich 9.000 Jahre in die Vergangenheit datieren.

Wenn Sie sich in der umgebenden Natur erholen möchten, finden Sie hier etliche Möglichkeiten. Wer sich vom Meer angezogen fühlt, kann an der Ostspitze von Vadsøya auf einem Kulturlehrpfad spazieren gehen. Neben dem russischen Friedhof und den Resten der mittelalterlichen Siedlung ragt der Luftschiffmast in die Höhe, den Alfred Nobile 1926 errichten ließ. Hier machten die Luftschiffe "Norge" 1926 und "Italia" 1928 fest, bevor sie zu ihren Nordpolexpeditionen aufbrachen.

Die freundliche, ungezwungene Atmosphäre der Stadt färbt auf alle Gäste ab. Für Vadsø wurde die Bezeichnung "Kulturstadt" geprägt. Kultur wird hier hoch gehalten: es gibt mehrere beachtenswerte Festivals. Am bekanntesten ist wohl das Varanger Festival jedes Jahr im August, Nordnorwegens größtes Jazzfestival.

Das relativ milde Klima platziert Vadsø an der Grenze zwischen West und Ost. Im Volkspark findet man eine Sammlung von Pflanzen und Bäumen, die typisch für diese Region sind, neben exotischeren Exemplaren.

Besonders erwähnenswert ist, dass die Stadt im 2. Weltkrieg nicht niedergebrannt wurde. Daher gibt es einige Museen, die die Atmosphäre des Lebens vor dem Krieg in Vadsø lebendig machen. Besonders interessant sind auch die Sammlungen zum Thema der finnischen Einwanderer und der Handelsgeschichte. Die Kirche, die den Namen Polarmeerkirche trägt, ist das vierte Gotteshaus an dieser Stelle und wurde 1958 gebaut.

13 km östlich der Stadt liegt die eindrucksvolle Vogelinsel Ekkerøy, die von Vogelbeobachtern aus aller Welt besucht wird. Auch der schönste Strand von Finnmark liegt auf Ekkerøy, und es gibt hier Kriegsdenkmäler, ein Museum und eine nettes Restaurant mit allen Schankrechten.

Eine besondere Attraktion ist die exotische Riesenkrabbe, die Königskrabbe oder Kamtschatkakrabbe, die bis zu 14 kg schwer und zwei Meter lang werden kann. Sie wird von den örtlichen Fischern gefangen. Sie schmeckt ausgezeichnet, auch wenn ihr Anblick gewöhnungsbedürftig ist. Tatsächlich werden die Tiere nirgendwo auf der Welt so groß wie hier im Meer vor Vadsø.

Die Stadt hat Persönlichkeiten wie den Politiker Erling Nordvik, den Fußballstar Sigurd Rushfeldt, den Bischof Gunnar Stålseth und den Künstler Kåre Espolin Johnsen hervorgebracht.

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