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Armenien, Republik in der westasiatischen Region Transkaukasien. Das Land wird im Norden von Georgien, im Osten von Aserbaidschan, im Süden vom Iran und der aserbaidschanischen Enklave Nachitschewan sowie im Westen von der Türkei begrenzt. Armenien, das früher eine Republik der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken (UdSSR) war, ist ein gebirgiges Land mit einer begrenzten Fläche landwirtschaftlich nutzbaren Bodens. Die Staatsfläche beträgt 29 800 Quadratkilometer. Die Bevölkerung konzentriert sich auf die Flusstäler. Jerewan ist die Hauptstadt und größte Stadt des Landes.

Etwa 90 Prozent des armenischen Staatsgebiets liegen über 1 000 Meter Höhe. Das Land hat im Norden Anteil am Kleinen Kaukasus. Die höchste Erhebung ist der Aragac, ein 4 090 Meter hoher erloschener Vulkan im Nordwesten Armeniens. Der 5 165 Meter hohe Ararat (Aðrý Daðý) befindet sich knapp jenseits der Landesgrenze auf türkischem Staatsgebiet.

Armenien wird von einem dichten Netz von Flüssen durchzogen, die alle Teil des Kura-Arax-Flusssystems sind. Wichtigster Fluss ist der Arax, der einen Teil der Grenze zur Türkei und zum Iran bildet und in Aserbaidschan der Kura zufließt. Infolge des gebirgigen Geländes gibt es viele Wasserfälle, Stromschnellen und zahlreiche Bergseen, von denen der Sewansee der größte ist.

Das Klima Armeniens ist kontinental, die Temperaturgegensätze im Jahresverlauf sind erheblich. Der überwiegende Teil des Niederschlags fällt an den Berghängen. Jerewan hat eine mittlere Jahrestemperatur von 11,6 °C und einen Jahresniederschlag von durchschnittlich 300 Millimetern.

Ein Großteil der Republik wird von alpiner und wüstenähnlicher Vegetation sowie Steppenregionen dominiert. Im äußersten Südosten und Südwesten ist das Land von Birken- und Eichenwäldern bedeckt. Zur Raubtierfauna gehören Syrische Braunbären (eine helle Braunbären-Unterart), Goldschakale, Marderhunde, Luchse und Wildkatzen. Die Regierung hat 7,6 Prozent (2000) der Landesfläche Armeniens unter Schutz gestellt und verschiedene Umweltschutzabkommen unterzeichnet. Diese betreffen die Luftverschmutzung, die Artenvielfalt, Klimaveränderungen, Desertifikation und Feuchtgebiete.

Die Einwohnerzahl beträgt etwa 3,33 Millionen (2004). Etwa 93 Prozent davon sind Armenier. Ihr Anteil stieg in den vergangenen Jahren durch die Abwanderung von Aserbaidschanern und die Zuwanderung von armenischen Flüchtlingen aus der Enklave Nagorny-Karabach. Neben Aserbaidschanern (3 Prozent) und Kurden (2 Prozent) leben u. a. auch Russen, Ukrainer, Georgier und Griechen im Land. Die mittlere Lebenserwartung beträgt 66,8 Jahre (2004). Die Bevölkerungsdichte liegt bei 112 Einwohnern pro Quadratkilometer.

Mehr als zwei Drittel der Gesamtbevölkerung leben in Städten. Größter Ballungsraum ist Jerewan mit etwa 1,25 Millionen Einwohnern. Zweitgrößte Stadt ist Gyumri (früher Leninakan oder Kumari), mit etwa 120 000 Einwohnern.

Amtssprache ist Armenisch, eine indoeuropäische Sprache, deren Alphabet 38 verschiedene Buchstaben umfasst. Russisch ist ebenfalls weit verbreitet. Die Mehrheit der Bevölkerung bekennt sich zum christlichen Glauben, mehrheitlich zur armenisch-apostolischen Kirche. Die russisch-orthodoxe Kirche und der schiitische Islam haben ebenfalls eine große Anhängerschaft. Etwa fünf Millionen Armenier leben im Ausland, u. a. 1,5 Millionen in den Staaten der ehemaligen Sowjetunion, eine Million in den Vereinigten Staaten und 400 000 in Frankreich.

Staatsoberhaupt Armeniens ist der Präsident, der in direkten Wahlen vom Volk für fünf Jahre gewählt wird und über weit reichende exekutive Vollmachten verfügt. Legislativorgan ist das Einkammerparlament, dessen 131 Abgeordnete für eine Amtszeit von vier Jahren gewählt werden. Parlamentswahlen mit mehreren Kandidaten wurden zum ersten Mal 1990 abgehalten. Der Präsident ernennt den Premierminister, der wiederum die einzelnen Minister der Regierung. Das Land ist Mitglied der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS). Armenien gliedert sich verwaltungsmäßig in 37 Distrikte. Höchste juristische Instanz ist der Oberste Gerichtshof in Jerewan.

Das Bruttoinlandsprodukt beträgt 2 367 Millionen US-Dollar. Die Handelsbilanz Armeniens ist negativ. Die Ausgaben für Importe von Energierohstoffen und Nahrungsmitteln übersteigen die Einnahmen aus dem Export von Metallen und Textilien. Die Industrie wurde von der wirtschaftlichen Blockade durch Aserbaidschan 1991 stark in Mitleidenschaft gezogen. Es kam zu Engpässen bei der Versorgung der Bevölkerung mit Erdgas, Erdöl und anderen Energieträgern. Auch in den folgenden Jahren kam es wiederholt zu Schwierigkeiten bei der Versorgung sowie zu Produktionsausfällen.

Der zweitgrößte wirtschaftliche Sektor Armeniens ist die Landwirtschaft. Ein Drittel der Landesfläche wird ackerbaulich genutzt, vorwiegend im Bewässerungsfeldbau. 44 Prozent aller Werktätigen sind im Agrarsektor beschäftigt. Hauptprodukte sind Weizen, Kartoffeln, Tabak, Baumwolle, Gemüse, Trauben und andere Früchte. Zudem werden Schafe und Rinder gehalten. Die regionale Lebensmittelproduktion reicht nicht aus, um den Bedarf im Inland zu decken. Während seiner Zeit als Sowjetrepublik importierte Armenien etwa 60 Prozent seines Brotbedarfs und fast zwei Drittel seiner Molkereiprodukte aus anderen Republiken. Die Wirtschaftsblockade durch Aserbaidschan und der Bürgerkrieg in Georgien führten zwar zu einer drastischen Verringerung der Nahrungsmittelbestände, im Gegensatz zur industriellen Produktion hatte sich die Summe der landwirtschaftlichen Erzeugnisse zu Beginn der neunziger Jahre aber stark erhöht. Dieser Anstieg der einheimischen Nahrungsmittelproduktion war teilweise durch die Privatisierung des Bodens bedingt, mit der 1991 begonnen wurde.

Armenien ist reich an Bodenschätzen; vorherrschende Abbauprodukte sind Silber-, Zink- und Kupfererze. Wichtigste Produktionsgüter sind Elektromotoren, Maschinen, Werkzeuge und chemische Erzeugnisse. Der Mangel an Rohstoffen und Energie führte zur Stilllegung zahlreicher Produktionsstätten.

Nach dem Zusammenbruch der UdSSR verwendete Armenien den Rubel zunächst weiterhin als Landeswährung. Ab Mitte 1993 weigerte sich die russische Zentralbank jedoch, Rubel anzunehmen, die vor diesem Jahr gedruckt worden waren. Diese Maßnahme verursachte einen massiven Zufluss von Rubeln nach Armenien und anderen ehemaligen Sowjetrepubliken, wo alte Rubel immer noch gültig waren. Aufgrund dieses Zustroms kam es zu einer Erhöhung der Inflationsrate. Die Zentralbank in Russland verlangte eine strenge Kontrolle des neuen Rubels, was die armenische Regierung veranlasste, eine eigene Währung mit dem Namen Dram herauszugeben. Sie wurde im November 1993 erstmals in Umlauf gebracht.

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