Webtourist ® Ihr Partner für Tourismus und Destinations Informationen über Brasilien

Brasilien Reiseführer mit den Tipps für Ihren Urlaub, Ihre Geschäftsreise

Zu den Städte-Reiseführern für Städte in Brasilien

Brasilien (portugiesisch República Federativa do Brasil), Bundesrepublik und größtes Land Südamerikas.

Brasilien nimmt knapp die Hälfte des gesamten Kontinents ein. Im Norden grenzt es an Venezuela, Guyana, Suriname und Französisch-Guayana, im Nordosten und Osten an den Atlantischen Ozean, im Süden an Uruguay, im Westen an Argentinien, Paraguay, Bolivien und Peru und im Nordwesten an Kolumbien. Mit Ausnahme von Chile und Ecuador verfügt die Republik über Grenzen zu jedem anderen Staat Südamerikas. Brasilien ist mit einer Fläche von 8 547 404 Quadratkilometern das fünftgrößte Land der Erde (nach Russland, China, Kanada und den Vereinigten Staaten). Der überwiegende Teil der Bevölkerung Brasiliens lebt am Atlantischen Ozean, u. a. in den Metropolen São Paulo und Rio de Janeiro. Die Hauptstadt Brasília liegt im Landesinneren.

Die längste Nord-Süd-Ausdehnung beträgt etwa 4 300 Kilometer, von Westen nach Osten erstreckt sich das Land über maximal 4 500 Kilometer.

Brasilien gliedert sich in drei Naturräume; dies sind von Süden nach Norden das Brasilianische Bergland, das Tiefland des Amazonas und die Ausläufer des Berglandes von Guayana. Das Brasilianische Bergland im Süden und Südosten nimmt den größten Teil des Landes ein. Zu den wichtigsten Gebirgsketten dieses Naturraumes zählen die Serra da Mantiqueira, die Serra do Mar und die Serra Geral. Seine größte Höhe erreicht das Bergland im äußersten Südosten im Pico da Bandeira (2 890 Meter). Während das Brasilianische Bergland stellenweise steil zur Küste abfällt, senkt es sich nach Norden allmählich zum Tiefland des Amazonas ab.

Das Amazonasbecken nimmt mehr als ein Drittel der Gesamtfläche des Landes ein. Weite Bereiche dieser Region werden in der Regenzeit überschwemmt. Der größte Teil des Amazonasbeckens ist von tropischem Regenwald (Selvas) bedeckt, auch wenn der Waldbestand durch großflächiges Abholzen kontinuierlich zurückgeht.

Nach Norden steigt die Tieflandregion steil zum Bergland von Guayana an, das von Hochebenen mit vereinzelten Inselbergen geprägt wird. Der Pico da Neblina (3 014 Meter) an der Grenze zu Venezuela ist der höchste Berg Brasiliens.

Die brasilianische Küste ist 7 491 Kilometer lang und vor allem im Norden relativ schwach gegliedert. Im Süden gibt es jedoch einige Buchten, die als natürliche Häfen dienen. Hierzu zählen insbesondere die Buchten von Rio de Janeiro, Salvador und Recife. Mit Ausnahme derjenigen Regionen, in denen das Brasilianische Bergland steil zum Ozean abfällt, erstreckt sich entlang der Küste überwiegend Flachland.

Mehr als zwei Drittel Brasiliens werden von den Flüssen Amazonas und Tocantins entwässert, etwa ein Fünftel vom Río de la Plata und der übrige Teil vom São Francisco und kleineren Strömen. Der Amazonas ist mit einer Länge von etwa 6 400 Kilometern nach dem Nil zweitlängster Fluss der Welt; den überwiegenden Teil seiner Strecke legt er auf brasilianischem Staatsgebiet zurück. Er entwässert mit seinen Nebenflüssen (u. a. Negro, Japurá und Putumayo im Norden sowie Javari, Purús, Juruá, Madeira, Tapajós und Xingu im Süden) ein Gebiet von circa sieben Millionen Quadratkilometern. Der Amazonas ist auf nahezu zwei Dritteln seiner Länge für Hochseeschiffe befahrbar.

Die für die Schifffahrt wichtigsten Flüsse im Brasilianischen Bergland sind der São Francisco und der Parnaíba. Allerdings weisen sie in ihrem Verlauf auch Wasserfälle auf. Auf dem Fluss Uruguay, der einen Teil der Grenze zu Argentinien markiert, erschweren Stromschnellen die Navigation.

Das Klima ist in weiten Teilen des Landes tropisch, nur im äußersten Süden hat es subtropischen Charakter. Die Temperaturschwankungen im Jahresverlauf sind relativ gering. Die mittlere Temperatur in Brasília liegt im Januar bei 22,3 °C, im Juli bei 19,8 °C. In Rio de Janeiro betragen die entsprechenden Werte 28,5 °C bzw. 19,6 °C. Der mittlere Jahresniederschlag liegt in Brasília bei etwa 1 600 Millimetern, in Rio de Janeiro bei rund 1 800 Millimetern.

Im Amazonastiefland werden Jahresniederschläge zwischen 2 000 und 3 000 Millimetern verzeichnet, die Luftfeuchtigkeit beträgt meist um 90 Prozent. Die Niederschläge verteilen sich auf das ganze Jahr. Im Bergland von Guayana und in weiten Teilen des Brasilianischen Berglandes gibt es dagegen eine winterliche Trockenzeit. Im Nordosten des Landes treten im Regenschatten der Gebirge mitunter Dürreperioden auf.

Die brasilianische Pflanzenwelt weist insbesondere im Amazonasbecken eine hohe Artenvielfalt auf. Hier gibt es, ebenso wie an den östlichen Randzonen der Gebirge, zwar noch ausgedehnte, durch Rodungen jedoch in dramatischem Ausmaß gefährdete Regenwälder. In diesen Zentren der biologischen Vielfalt gedeihen 20 Prozent aller Pflanzenarten der Erde, u. a. gibt es Begonien, Lorbeergewächse, Myrtengewächse, Orchideen und Palmen. Außerdem lebt hier ein unermesslicher, noch nicht genau benennbarer Anteil der weltweit existierenden Tierarten. Große Waldflächen fielen der Viehzucht, dem Bergbau und der Holzindustrie zum Opfer. Der brasilianische Staat beschleunigte diesen Prozess noch durch den Bau von Autobahnen. Die Entwaldung nahm zwischen 1979 und 1990 mit ungefähr 200 000 Quadratkilometern jährlich alarmierende Formen an. Beinahe 12 Prozent der Amazonaswälder wurden abgeholzt. Zurückgeblieben sind weite Gebiete mit desolaten Bodenbedingungen, verschmutztem Wasser und heimatlosen indigenen Völkern. Der Verlust der Wälder trägt maßgeblich zur Erderwärmung bei. Ein Drittel des Anstiegs von Kohlendioxid in der Atmosphäre ist allein auf die Entwaldung Amazoniens zurückzuführen. In den vergangenen Jahren hat sich dieser Prozess etwas verlangsamt. Der Amazonaswald bedeckt noch ungefähr 40 Prozent der Landesfläche.

In der Küstenregion wachsen Mangroven. Im trockenen Bergland des Landesinneren bestehen Buschwälder und Savannen (Campos Carrados), die Flüsse werden hier von Galeriewäldern gesäumt. Die Vegetation im Süden des Landes wird durch Grasländer sowie Nadelwälder vorwiegend mit Araukarien geprägt. In regenarmen Bergregionen des Nordostens wachsen Trockenwälder, Dorngebüsche und Kakteen. In der Küstenregion werden Kakaobäume und Paranussbäume kultiviert, von wirtschaftlicher Bedeutung sind außerdem Plantagen mit Kautschukbäumen. Zu den in Brasilien angebauten Obstsorten gehören Ananas, Feigen, Zimtäpfel, Mangos, Bananen, Guaven, Grapefruits und Orangen.

Die brasilianische Tierwelt unterscheidet sich deutlich von der Nordamerikas. Zu den größeren Raubtieren zählen Pumas, Jaguare, Ozelote und die seltenen Buschhunde. Überwiegend im Süden heimisch sind Pekaris, Tapire, Ameisenbären, Faultiere, Opossums und Gürteltiere. Im Regenwald leben verschiedene Affenarten. Das Land ist Heimat zahlreicher, zum Teil seltener Vogelarten, dazu gehören Papageien, Tukane und Adler wie die Harpyie, sowie verschiedener Alligatorenarten und Schlangen, darunter Buschmeister, Lanzenotter und mehrere Boa-Arten. Die Flüsse, Seen und Küstengewässer Brasiliens werden von einer Vielzahl von Fischarten und Schildkröten sowie von Manatis bevölkert. Es gibt in Brasilien 34 Naturparks, 22 Bioreservate und zahlreiche andere Schutzgebiete. Insgesamt wurden ungefähr 4,4 Prozent (2000) des Landes unter Naturschutz gestellt. Es bestehen zwei Naturschutzgebiete im Rahmen des Weltnaturerbes und zwei andere Gebiete im Rahmen des Biosphärenprogramms der UNESCO.

Die Einwohnerzahl beträgt etwa 184 Millionen (2004). Dies entspricht einer Bevölkerungsdichte von rund 22 Einwohnern pro Quadratkilometer. Die Bevölkerung ist sehr ungleich über das Land verteilt, etwa 82 Prozent der Brasilianer leben in Städten.

Aufgrund der wechselvollen Geschichte des Landes ist seine Bevölkerung ethnisch sehr heterogen zusammengesetzt. Etwas mehr als die Hälfte der brasilianischen Bevölkerung sind Weiße (u. a. 15 Prozent portugiesischer, 11 Prozent italienischer, 10 Prozent spanischer und 3 Prozent deutscher Herkunft). 34 Prozent sind Mulatten und Mestizen, 11 Prozent sind Schwarze. Die rund 300 000 Indianer leben überwiegend in Rückzugsgebieten im Amazonasbecken.

Im Bundesdistrikt liegt die Landeshauptstadt Brasília (seit 1960) mit etwa 2,02 Millionen Einwohnern.

Die größte Stadt des Landes ist São Paulo mit einer Einwohnerzahl von etwa 10 Millionen (2003). Weitere bedeutende Städte sind die ehemalige Landeshauptstadt Rio de Janeiro (5,97 Millionen), Salvador (2,55 Millionen), Belo Horizonte (2,31 Millionen), Curitiba (1,67 Millionen), Recife (1,46 Millionen), Pôrto Alegre (1,35 Millionen), Manaus (1,52 Millionen) und Belém (1,33 Millionen).

Die Amtssprache in Brasilien ist Portugiesisch, während in den übrigen Ländern Südamerikas Spanisch gesprochen wird. Das in Brasilien gesprochene Portugiesisch verwendet viele Wörter aus Indianersprachen und afrikanischen Dialekten, was die Bezeichnung der Landessprache als „Brasilianisch” rechtfertigt. Die indigene Bevölkerung verfügt über mehr als hundert verschiedene Sprachen.

Etwa 75 Prozent der brasilianischen Bevölkerung sind Katholiken; ein besonderes Merkmal des brasilianischen Katholizismus ist ein ausgeprägter Heiligenkult. Protestanten stellen mit 10 Prozent die zweitgrößte Glaubensgemeinschaft. Auch Buddhisten, Muslime und Juden leben in größerer Zahl in Brasilien. Darüber hinaus gibt es Anhänger indigener Religionen.

An Silvester veranstalten Anhänger der Umbanda-Religion ein Fest zu Ehren der Meeresgöttin Iemanjá. Auf von brennenden Kerzen umgebenen Tischtüchern sind Opfergaben aufgehäuft. Der Carnaval ist ein fünftägiges Fest, das vor Aschermittwoch im Februar oder März stattfindet. Die Karnevalstage sind Brasiliens bekannteste Feiertage. Sie zeichnen sich durch fröhliche Straßenparaden aus, durch Musik, Samba- und Bloco-Tänzer, Partys, aufwendige Kostüme und den Klang der Congatrommeln. Die meisten Geschäfte und Ämter sind während der gesamten Festlichkeiten geschlossen. Ostern wird von Karfreitag bis Ostermontag gefeiert. Am 21. April ist Tiradentes-Tag. Er liegt in der Inconfidência-Woche, die an den fehlgeschlagenen Aufstand von 1789 erinnert, dessen Ziel die Erlangung der Unabhängigkeit war. Joaquim José da Silva Xavier starb damals den Märtyrertod. Er wurde Tiradentes („Zahnzieher”) genannt, da er von Beruf Zahnarzt war.

Der 1. Mai ist der Tag der Arbeit. Fronleichnam ist ein gesetzlicher Feiertag und fällt auf den Donnerstag nach dem Dreifaltigkeitssonntag, der im Mai oder Juni stattfindet. Am Unabhängigkeitstag (7. September) wird die Loslösung von Portugal (1822) gefeiert. Nossa Senhora Aparecida (12. Oktober) ist ein staatlicher Feiertag. Allerseelen wird am 2. November begangen. Der Tag der Verkündung der Republik (15. November) erinnert an den Tag, an dem 1889 in Brasilien die Republik ausgerufen wurde. Neben Weihnachten gibt es noch eine Reihe von Feiertagen, die nur in bestimmten Regionen und Bundesstaaten gefeiert werden.

Die medizinische Versorgung ist in vielen Teilen des Landes unzureichend. Am Rand einiger Ballungsgebiete entstanden Elendsviertel (Favelas) mit katastrophalen sanitären Verhältnissen. Die Arbeiter in den Städten sind kranken- und rentenversichert. Landarbeiter und Staatsbedienstete haben nur auf wenige Sozialleistungen, überwiegend im Bereich der medizinischen Versorgung, Anspruch. Seit 1988 ist in der Verfassung die 40-Stunden-Woche verankert.

Ein Großteil der Brasilianer lebt in Armut. Die reichsten 10 Prozent der Bevölkerung verfügen über 51 Prozent der Einkommen, während den ärmsten 40 Prozent lediglich 7 Prozent zur Verfügung stehen.

Die ersten portugiesischen Siedler übernahmen von den amerikanischen Ureinwohnern viele Gebräuche und Begriffe. Während der Kolonialzeit wurden Millionen schwarzer afrikanischer Sklaven nach Brasilien verschleppt. Die religiösen Mythen vermischten sich mit dem römischen Katholizismus und ergaben einen einzigartigen afrobrasilianischen Kult mit bemerkenswerten spiritualistischen Ritualen. Der weit verbreitetste dieser Kulte ist der Candomblé.

Die brasilianische Gesellschaft ist stark von europäischen kulturellen Vorstellungen geprägt, die über Portugiesen, Italiener, Deutsche und Spanier im Land verbreitet wurden.

Die Grundschulausbildung von Kindern ist kostenfrei und obligatorisch, es besteht eine Schulpflicht von 8 Jahren. Circa 86,7 Prozent der Bevölkerung über 15 Jahren können lesen und schreiben (2004).

Die meisten Grund- und weiterbildenden Schulen werden vom Staat und den Gemeindeverwaltungen unterhalten. Es gibt aber auch viele höhere Schulen der römisch-katholischen Kirche.

Die Verantwortung für die Hochschulen in Brasilien teilen sich die einzelnen Staaten und private Verbände. In den späten achtziger Jahren verfügte Brasilien über mehr als 850 solcher Institutionen (einschließlich 73 Universitäten). Es studierten etwa 1,4 Millionen Studenten. Zu den führenden Universitäten zählen die Universität von Brasília (1961), die Universität von São Paulo (1934), die päpstlich-katholische Universität von Campinas (1941), die Bundesuniversität von Rio de Janeiro (1920) und die päpstlich-katholische Universität von Rio Grande do Sul (1948) in Pôrto Alegre.

Die meisten Staaten haben in ihren Hauptstädten öffentliche Bibliotheken eingerichtet. In Rio de Janeiro befinden sich das Nationalarchiv (1838) mit einer umfangreichen Sammlung zur brasilianischen Geschichte, die Nationalbibliothek (1810), das Museum für Moderne Kunst (1948), mit einer bedeutenden internationalen Kunstsammlung, einem Bildungswerk und einem Konzertsaal; das Nationalmuseum (1818) beherbergt mehr als 1,5 Millionen Exponate, zumeist aus den Bereichen Geologie, Botanik und Anthropologie. Das ethnologische Museum wurde 1953 in Rio de Janeiro gegründet. Das Goethe-Institut Inter Nations unterhält in Brasilien sechs Institute.

Die Bildhauerei hatte in Brasilien im 18. und 19. Jahrhundert ihre Blütezeit, hauptsächlich als religiöse Kunst. Vor dem 20. Jahrhundert brachten die bildenden Künste zwar keine namhaften Künstler hervor, dennoch übten sie einen starken Einfluss auf die Arbeiten zeitgenössischer brasilianischer Künstler aus.

Internationale Bekanntheit hat vor allem die Architektur des Landes erlangt. Die Landeshauptstadt Brasília ist wegen ihres revolutionären städtebaulichen Konzepts (Grundriss in Form eines Flugzeuges oder Kreuzes) bekannt geworden, ein Konzept, mit dem der brasilianische Architekt Oscar Niemeyer eindrucksvoll seinen Rang als einer der bedeutendsten Architekten des 20. Jahrhunderts untermauert hat. Siehe brasilianische Literatur

Mehrere brasilianische Film- und Theaterfestivals genießen internationalen Ruf. Die seit 1951 stattfindende Kunstbiennale von Sao Paulo zählt weltweit zu den bedeutendsten Ausstellungen zeitgenössischer Kunst.

Heitor Villa-Lobos gilt als begabtester brasilianischer Komponist. Seine Werke basieren häufig auf Motiven der brasilianischen Volksmusik. Zu den herausragenden Interpreten seiner Musik zählt die brasilianische Sopranistin Bidú Sayão. In der populären Musik verschmelzen traditionelle afrikanische und portugiesische Musik. Der brasilianische Gesellschaftstanz Samba hat aus Afrika stammende Volkstänze zum Vorbild. Die zündenden Melodien und Rhythmen des Bossa Nova, einer Weiterentwicklung der Samba, werden von Musikern wie dem Gitarristen und Sänger João Gilberto vorgetragen. Zu den zeitgenössischen Komponisten zählen Luis Bonfa und Antonio Carlos Jobim, der die Musik zum Film Orfeu Negro kreierte.

In Brasilien strahlen über 5 000 Radiosender und 200 Fernsehsender ihre Programme aus, darunter die größte Fernsehanstalt der Welt. Täglich erscheinen 372 Zeitungen in Brasilien (1998), die meisten allerdings mit relativ niedriger Auflage. Zu den wichtigen Tageszeitungen gehören O Dia in Rio de Janeiro, Folha de São Paulo und Notícias Populares in São Paulo, Estado de Minas in Belo Horizonte und O Fluminense in Niterói. Die Situation der Pressefreiheit ist in Brasilien zufrieden stellend, lokal sehen sich Journalisten mit Gewaltandrohungen und restriktiven Gesetzen konfrontiert.

Brasilien ist föderative Präsidialdemokratie. Die Republik besteht aus 26 Staaten und dem Bundesdistrikt Brasília. Die einzelnen Staaten sind: Acre, Alagoas, Amapá, Amazonas, Bahia, Ceará, Espírito Santo, Goiás, Maranhão, Mato Grosso, Mato Grosso do Sul, Minas Gerais, Pará, Paraíba, Paraná, Pernambuco, Piauí, Rio de Janeiro, Rio Grande do Norte, Rio Grande do Sul, Rondônia, Roraima, Santa Catarina, São Paulo, Sergipe und Tocantins. Die aktuelle Verfassung wurde im März 1994 verabschiedet und 1997 letztmals geändert. In ihr wurde die Selbstverwaltung der Indianerreservate verankert und eine vierjährige Amtszeit des Präsidenten festgelegt.

Seit 1988 wird der Präsident direkt gewählt. 1993 sprachen sich die Brasilianer in einer Volksabstimmung für den Erhalt des präsidialen föderativen Systems aus.

Der brasilianische Kongress besteht aus zwei Kammern, dem Senat mit 81 Mitgliedern, die für acht Jahre gewählt werden, und der Abgeordnetenkammer mit 513 für vier Jahre gewählten Mitgliedern. Die Zahl der Abgeordneten je Bundesstaat errechnet sich aus dem jeweiligen Bevölkerungsanteil. Die Wahl ist geheim, wahlberechtigt sind alle Staatsbürger über 16 Jahre, die lesen und schreiben können.

Der Oberste Gerichtshof, bestehend aus elf Richtern, tagt in Brasília. Die Bundesgerichtshöfe haben ihren Sitz in den einzelnen Staaten bzw. im Bundesdistrikt. Die Bundesrichter werden auf Lebenszeit gewählt.

In dem liberaleren politischen Klima der achtziger Jahre entstanden drei Dutzend neue politische Parteien, darunter Partido do Movimento Democrático Brasileiro (PMDB), Partido da Frente Liberal (PFL), Partido Democrático Social, Partido Socialista Brasileiro (PSB; 1992 umbenannte, ehemalige Kommunistische Partei Brasiliens) und Partido da Social-Democracia Brasileira (PSDB). Seit Ende der achtziger Jahre hat sich der linksgerichtete, gewerkschaftsnahe Partido dos Trabalhadores (PT) zu einer wichtigen politischen Kraft entwickelt, und im Oktober 2002 wurde sein Spitzenkandidat zum neuen Staatsoberhaupt gewählt.

Ein Militärdienst von 12 bis 18 Monaten ist für alle Männer im Alter zwischen 18 und 45 Jahren Pflicht. 2002 waren 287 600 Personen beim Militär beschäftigt. Davon dienten 189 000 in der Armee, 48 600 in der Marine und 50 000 in der Luftwaffe.

Die ehemalige Agrarnation entfaltete in den sechziger und siebziger Jahren ein rasantes industrielles Wachstum und hatte sich bereits in den achtziger Jahren zu einer modernen diversifizierten Volkswirtschaft weiterentwickelt. Das Bruttoinlandsprodukt beträgt 452 387 Millionen US-Dollar (2002).

Die Zahl der Erwerbstätigen in Brasilien beläuft sich auf 81,7 Millionen Personen, wobei Frauen etwa 35,5 Prozent der Arbeitskräfte stellen (2002). 21 Prozent sind in der Landwirtschaft beschäftigt, 59 Prozent im Dienstleistungsbereich und 20 Prozent in Industrie und Bauwesen.

Obwohl der bewirtschaftete Teil des Landes lediglich 7,5 Prozent der Gesamtfläche umfasst, zählt Brasilien zu den wichtigsten Agrarländern. Etwa ein Viertel der Kaffeeproduktion der Welt wächst auf den Plantagen von São Paulo, Paraná, Espírito Santo und Minas Gerais. Wichtige Anbauprodukte sind ferner Zuckerrohr (dient nicht nur zur Gewinnung von Zuckerraffinade, sondern auch zur Herstellung von Alkohol und Benzin), Sojabohnen, Kidneybohnen, Mais, Reis, Weizen, Kakao, Orangen, Bananen, Kartoffeln, Maniok und Tabak.

Viehzucht wird insbesondere in São Paulo und den anderen südlichen Staaten betrieben. Man züchtet Rinder, Schweine, Schafe, Ziegen, Pferde, Esel, Maultiere und Hühner.

Die Waldgebiete bedecken etwa 63 Prozent der Fläche (2000). Die wichtigsten Erzeugnisse der brasilianischen Forstwirtschaft sind Tungöle (siehe Aleurites), Kautschuk, Carnaubawachs (siehe Carnaubapalme), Caroafasern, medizinisch verwertbare Blätter, Pflanzenöle, Harze, Nüsse sowie Bau- und Möbelhölzer. Von herausragender wirtschaftlicher Bedeutung sind verschiedene Nutzhölzer. Der Holzeinschlag nahm in den siebziger und achtziger Jahren drastisch zu, weil immer mehr Waldgebiete für die Besiedlung und zur großflächigen Anlage von Weideland gerodet wurden: Erhebliche Teile des brasilianischen Regenwaldes sind bereits zerstört, die ökologischen Folgen sind unabsehbar.

Brasilien ist sehr reich an mineralischen Bodenschätzen, wegen mangelhafter Kapitalausstattung und schwieriger Transportbedingungen konnte jedoch erst in den siebziger Jahren mit dem industriellen Abbau begonnen werden. Kohle wird u. a. in Rio Grande do Sul und Santa Catarina gefördert. Die Goldgewinnung im Urwald des Amazonas hält seit 1979 unvermindert an, die Eisenvorkommen bei Itabira und an anderen Orten zählen zu den reichsten der Erde, ebenso wie die Zinnvorkommen. Quarzkristall, Monazit und Beryllium gehören ebenfalls zu den wichtigsten Exportgütern. Mangan, Diamanten, Edelsteine (z. B. Aquamarin, Smaragd, Topas), Chrom, Zirkonium, Erdöl und Erdgas, Silber, Bauxit und Glimmer werden in beträchtlichen Mengen gefördert. Darüber hinaus verfügt Brasilien über wertvolle Vorkommen an Magnesit, Graphit, Titan, Kupfer, Zink, Quecksilber, Platin und Phosphaten.

Neben Maschinen- und Fahrzeugbau sowie Metallverarbeitung zählen die chemische und die Elektrotechnik produzierende Industrie zu den Hauptstützen der industriellen Entwicklung Brasiliens. Ebenfalls Bedeutung haben die Konsumgüterindustrie, die Erzeugung und Verarbeitung von Nahrungsmitteln sowie die Baustoff- und Papierindustrie. São Paulo ist das industrielle Zentrum des Landes und trägt ein Drittel zur Gesamtproduktion Brasiliens bei. Die Städte Rio de Janeiro, Belo Horizonte, Pôrto Alegre und Fortaleza sind ebenfalls wichtige Industriestandorte.

Die brasilianische Währung ist der Real (seit 1994), der fest an den Dollar gebunden ist. Die brasilianische Zentralbank (1965) mit Sitz in Brasília gibt die Währung aus. Zu den wichtigen Banken gehören die Banco do Brasil, eine Handelsbank mit über 3 300 Filialen, die Banco National de Desenvolvimento Economico mit Sitz in Rio de Janeiro, und die brasilianische Diskontbank.

Die Handelsbilanz Brasiliens ist negativ. Die Hauptabnehmer brasilianischer Produkte sind die Vereinigten Staaten (gut 20 Prozent des gesamten Exportvolumens), Deutschland, Japan, Italien, Argentinien, Frankreich, die Niederlande und Großbritannien. Zu den wichtigsten Exportgütern zählen Metalle und Metallerzeugnisse, Fahrzeuge und Fahrzeugteile, Sojabohnen und Sojaprodukte, Kaffee, Zucker, chemische Erzeugnisse, Maschinen sowie Papier und Zellstoff.

Brasilien importiert vor allem Maschinen und Elektrotechnik, chemische Zwischenprodukte, Fahrzeuge sowie Teile für die Fahrzeugmontage, Nahrungsmittel, Erdöl und Erdölprodukte. Für den Import bedeutend sind die USA, Argentinien, Länder der Europäischen Union (Deutschland, Frankreich, Italien) und Japan.

Viele Arbeiter sind Gewerkschaftsmitglieder in einem der nationalen Dachverbände. Zu diesen zählen die Nationale Gewerkschaft der Industriearbeiter, die Nationale Gewerkschaft der Landarbeiter und die Nationale Gewerkschaft für Kommunikation und Werbung – alle mit Sitz in Brasília.

Das brasilianische Eisenbahnsystem besteht aus einem 25 652 Kilometer langen Schienennetz (1999), das überwiegend südlich von Bahia verläuft und für den Gütertransport innerhalb des Landes von herausragender Bedeutung ist. Das Straßen- und Autobahnnetz erstreckt sich über 1 724 929 Kilometer; etwa 10 Prozent davon sind asphaltiert. Die Transamazônica dient als Ostwestachse und bindet auch abgelegene Regionen Brasiliens und Perus an das Verkehrssystem an.

Sowohl im Bereich Binnenschifffahrt als auch in der Seeschifffahrt ist Brasilien in Südamerika führend. Die inländischen Wasserwege verfügen über eine Gesamtlänge von 35 400 Kilometern und bestehen im Wesentlichen aus dem Amazonas und seinen Nebenflüssen. Sie haben sich als wichtige Verbindung zwischen Brasilien und den anderen südamerikanischen Ländern erwiesen und bieten darüber hinaus ausgezeichnete Transportmöglichkeiten innerhalb des Landes. In vielen Gebieten des Amazonasbeckens stellen diese Wasserwege die einzige Transportmöglichkeit dar. Entlang der brasilianischen Küste gibt es mehr als 40 Häfen. Die bedeutendsten von ihnen sind Santos, Rio de Janeiro, Paranaguá, Recife und Vitória. Zahlreiche Inlandsfluggesellschaften sowie einige internationale Luftgesellschaften, unter ihnen die landeseigene Varig, bieten ihre Dienste an.

Etwa 82,7 Prozent des brasilianischen Strombedarfs werden durch Wasserkraftwerke gedeckt (2001). Die wichtigsten liegen an den Flüssen Paraná und São Francisco sowie am Rio Grande. Eines der größten Wasserkraftwerke der Welt befindet sich bei Itaipu am Paraná, das 1982 in Betrieb ging. Die Gesamtleistung des Kraftwerks soll durch einen Ausbau der Anlage bis 2004 auf 14 000 Megawatt gesteigert werden. Durch den Bau von Staudämmen entstanden in Amazonien gigantische Stauseen, die ihre natürliche Umgebung stark verändert haben. In den achtziger Jahren ging auch das einzige Atomkraftwerk des Landes ans Netz. Die brasilianische Regierung strebt mittelfristig eine verstärkte Nutzung der Windkraft an.

Hier finden Sie Informationen zu folgenden Destinationen in Brasilien

   

Weitere Reiseführer

Sie sind hier: Webtourist | Tourismus Informationen | Informationen über Brasilien
Afrika | Asien | Europa | Karibik | Mittlerer Osten | Nordamerika | Ozeanien | Südamerika | Zentralamerika

Hotel Buchung

Destination
Check-In  
Check-Out  
# Erwachsene
# Zimmer
Währung

Google
 
Webtourist Hotel Reservations Website Web
© 1996-2007 Webtourist ® Ihr Partner für Destinations Informationen über Brasilien. Ferien in Brasilien mit Webtourist.