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Burkina Faso, ehemals Obervolta, Republik im Westen Afrikas, begrenzt im Norden und Westen durch Mali, im Osten durch Niger und im Süden durch Benin, Togo, Ghana und Elfenbeinküste. Burkina Faso hat eine Fläche von 274 200 Quadratkilometern.
Burkina Faso liegt auf einer Hochebene, die nach Süden hin zumeist langsam ansteigt und Höhen zwischen 200 und 749 Metern erreicht. Die Ebene wird nach Süden entwässert durch die Flüsse Schwarzer Volta (Mouhoun), Roter Volta (Nazinon) und Weißer Volta (Nakanbe) sowie nach Osten durch kleine Flüsse, die mit dem Niger verbunden sind; keiner ist schiffbar.
Die Monate November bis März sind trocken und kalt, von März bis Mai ist es trocken und heiß, und von Mai bis November ist es heiß und feucht. Die durchschnittlichen Niederschläge reichen von über 1 000 Millimetern im Südwesten (dem produktivsten Teil des Landes) bis zu weniger als 250 Millimetern im Norden. Im Sommer fällt am meisten Regen. Die mittleren Temperaturen schwanken zwischen 21,1 °C und 26,7 °C.
Der größte Teil des Gebiets besteht aus Dornsavanne mit lockerem Baumbestand und Halbwüste. Zur Fauna der großen Wirbeltiere gehören Elefanten, Flusspferde, Büffel, Antilopen und Krokodile.
Die Bevölkerung von Burkina Faso ist überwiegend ländlich. Die Mossi stellen die größte ethnische Gruppe dar. Weitere wichtige Gruppen sind Bobo, Senufo, Lobi, Gurnudsi, Mande und Fulbe. Burkina Faso hat etwa 13,6 Millionen Einwohner (2004). Die Bevölkerungsdichte liegt bei 50 Einwohnern pro Quadratkilometer.
Ouagadougou ist Hauptstadt und zugleich größte Stadt des Landes mit etwa 710 000 Einwohnern (1996). Weitere große Städte sind Bobo-Dioulasso, ein wichtiges Wirtschaftszentrum (310 000 Einwohner) und Koudougou (51 900 Einwohner).
Die Amtssprache ist Französisch. Verbreitete afrikanische Sprachen sind u. a. Fulbe, Manding, More und Soninke. Als Handelssprachen dienen Arabisch und Englisch. Etwa 50 Prozent der Bevölkerung sprechen Sudansprachen. Rund 40 Prozent der Einwohner Burkina Fasos sind Anhänger traditioneller Religionen, ungefähr 50 Prozent sind Muslime und etwa 10 Prozent römisch-katholisch.
Die Schulbildung ist kostenlos, und offiziell besteht eine Schulpflicht von 10 Jahren (2000). Jedoch besucht nur etwa ein Drittel aller Kinder eine Schule. Etwa 27,6 Prozent der Erwachsenen können schreiben und lesen (2004).
In Ouagadougou besteht eine Universität für rund 4 800 Studenten. Die Regierung gewährt für die Ausbildung an europäischen und afrikanischen Universitäten Stipendien. Eine Reihe von Studenten studiert in Dakar im Senegal, in Abidjan an der Elfenbeinküste und in Übersee.
Eine Fernsehstation, die der Regierung gehört, strahlt an sechs Tagen der Woche ein Programm aus, das sowohl in Ouagadougou als auch in Bobo Dioulasso empfangen wird. Rundfunksendungen gibt es auf Französisch und in 13 afrikanischen Sprachen. Im Land erscheinen 4 Tageszeitungen (1996).
Die Regierung unterhält Krankenhäuser und ländliche medizinische Dienste sowie spezielle Gesundheitsdienste für Schulen. Im Jahr 1960 wurde ein Rentensystem für Alte und Veteranen eingeführt. Versicherungspläne für Arbeiter gibt es seit 1967. Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei nur 45,8 Jahren für Frauen und 42,6 Jahren für Männer (2004).
Die Verfassung von 1977 wurde aufgehoben, als das Militär im November 1980 die Macht übernahm. Im Juni 1991 wurde in einer Volksabstimmung eine neue Verfassung gebilligt. Eine Präsidentenwahl ohne Gegenkandidaten fand im Dezember statt, und im Mai folgte eine Mehrparteienwahl der Legislative.
Gemäß der Verfassung aus dem Jahr 1977 lag die Exekutivgewalt im Land in den Händen eines Präsidenten, der direkt für eine fünfjährige Amtszeit gewählt wurde. Das Militärkomitee für die nationale Erholung und den Fortschritt, das nach dem Militärputsch von 1980 gebildet wurde, wurde Ende 1982 nach einen weiteren Putsch abgelöst durch den People’s Salvation Council. Nach nochmaligem Putsch im August 1983 wurde der National Revolutionary Council zur wichtigsten Regierungsbehörde, und dessen Vorsitzender wurde Staatsoberhaupt. Dieser Revolutionsrat wurde nach einem Militärputsch im Oktober 1987 abgelöst. Nach einer Übergangsperiode fanden im Dezember 1991 Präsidentschaftswahlen statt, und ein aus 29 Mitgliedern bestehendes Kabinett wurde im Juni 1992 ernannt.
Die aus einer Kammer bestehende Nationalversammlung wurde nach dem Militärputsch von 1980 aufgelöst, als alle politischen Parteien abgeschafft waren. Eine Mehrparteienwahl wurde 1992 wieder eingeführt mit der Wahl einer aus 107 Mitgliedern bestehenden Nationalversammlung. Die Anzahl der Sitze im Parlament wurde später auf 111 erhöht.
Die Rechtsprechung in Burkina Faso obliegt den People’s Revolutionary Tribunals, die von zwei Berufungsgerichten in Ouagadougou und in Bobo Dioulasso beaufsichtigt werden.
Burkina Faso ist unterteilt in 30 Provinzen, die wiederum aus 250 Departements bestehen.
Der Militärdienst ist freiwillig. Den bewaffneten Streitkräften gehören etwa 10 800 Personen an (2002). Weitere 45 000 Personen dienten zeitweise in der Volksmiliz.
Grundlage der Wirtschaft von Burkina Faso ist die Landwirtschaft, die in erster Linie dem Eigenbedarf dient. Obwohl das Land seit seiner Unabhängigkeit Wirtschaftshilfen erhält, hauptsächlich von der Europäischen Union, zählt die Nation wegen der kargen Böden und des starken Bevölkerungswachstums zu den ärmsten der Welt. Das Bruttoinlandsprodukt beträgt 3 127 Millionen US-Dollar.
Insgesamt gibt es in Burkina Faso rund 5,80 Millionen Arbeitskräfte (2002), von denen 92 Prozent in der Landwirtschaft arbeiten. Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung sind weit verbreitet, so dass viele Arbeiter auf Dauer oder saisonweise Beschäftigung in reicheren Ländern im Süden suchen, besonders in der Republik Elfenbeinküste.
Etwa elf Prozent des Landes werden kultiviert, rund 37 Prozent sind Weideflächen. Trockenheit und Erosion behindern ernsthaft die Entwicklung der Landwirtschaft, und der größte Teil des Anbaus konzentriert sich auf den Süden und Südwesten von Burkina Faso. Die wichtigsten Anbauprodukte sind Mohrenhirse, Hirse, Mais, Erdnüsse, Reis sowie Baumwolle. Der größte Reichtum Burkina Fasos ist sein Viehbestand; er umfasst vor allem Rinder, Schafe, Geflügel, Schweine sowie Pferde und Esel. Man bemüht sich, die Viehwirtschaft wieder aufzubauen, die durch die wiederholten Dürren in der Sahelzone während der späten sechziger, frühen siebziger und frühen achtziger Jahre erhebliche Verluste hinnehmen musste. Die Wasserversorgung in einem so trockenen Land ist ein großes Problem, und es gibt wenig Möglichkeiten zur Bewässerung.
Burkina Faso verfügt über reiche Mangan- und Goldvorkommen sowie Kupfer, Eisenerz, Kassiterit (Zinnstein) und Phosphate. Für die Wirtschaft hat der Bergbau wenig Bedeutung, er macht nur ein Prozent des Bruttosozialprodukts aus.
Die industrielle Fertigung steckt in Burkina Faso noch in den Kinderschuhen und umfasst hauptsächlich die Verarbeitung landwirtschaftlicher Produkte, besonders Baumwolle, Öle und Fette sowie Zucker; außerdem die Herstellung von Gütern wie Seife, Schuhe, Motorräder und Motorroller.
Die Elektrizität wird in Heizkraftwerken erzeugt, die größtenteils Erdöl verbrennen.
Die Währung von Burkina Faso ist der CFA-Franc (= 100 Centimes), der von der Zentralbank von Westafrika ausgegeben wird. Das Land hat einige Banken, welche die wirtschaftliche Entwicklung finanzieren.
Wie viele andere Entwicklungsländer importiert Burkina Faso weit mehr als es exportiert. Zu den Einfuhrgütern gehören Nahrungsmittel, Erdöl, Textilien, Eisen, Stahl, Metallerzeugnisse, Fahrzeuge, elektrische Geräte und Maschinen. Hauptausfuhrgüter sind Baumwolle, Vieh und Erdnüsse. Die Handelsbilanz ist stark defizitär. Haupthandelspartner sind Frankreich, Italien und die Republik Elfenbeinküste.
Eine Eisenbahn verbindet Ouagadougou mit Abidjan an der Elfenbeinküste, und Pläne sehen eine Erweiterung um 360 Kilometer nach Norden zu den reichen Manganerzen in Tamboa und der Grenze zu Mali vor. Burkina Faso hat 12 506 Kilometer Straßen (1999), von denen etwa die Hälfte befestigt ist. Ouagadougou und Bobo Dioulasso werden regelmäßig von französischen Fluggesellschaften angeflogen. Die nationale Fluggesellschaft ist Air Burkina.
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