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Japan, japanisch Nihon Koku („Land der aufgehenden Sonne”), parlamentarische Monarchie in Ostasien.
Die japanischen Inseln erstrecken sich in Form eines Doppelbogens auf etwa 3 000 Kilometer Länge (21 Breitengrade) zwischen der zu Russland gehörenden Insel Sachalin im Nordosten und Taiwan im Südwesten. Das Staatsgebiet umfasst folgende vier Hauptinseln: Hokkaido im äußersten Norden, die flächenmäßig größte Insel Honshu sowie die kleineren Inseln Shikoku und Kyushu im Südwesten. Das aus diesen vier Inseln bestehende Gebiet hat eine Fläche von 362 000 Quadratkilometern. Daneben zählt zu Japan der nach Südwesten an Kyushu anschließende Inselbogen der Ryukyu-Inseln einschließlich der Insel Okinawa. Von Japan beansprucht werden außerdem einige weitere, im Nordosten an Hokkaido anschließende Inseln, die zur Gruppe der Kurilen gehören und seit 1945 von Russland besetzt und verwaltet werden. Es handelt sich im Wesentlichen um die Inseln Kunashiri, Iturup und die Habomai-Gruppe. Insgesamt (einschließlich der umstrittenen Süd-Kurilen) umfasst Japan fast 4 000 Inseln mit einer Gesamtfläche von 377 837 Quadratkilometern; ohne die Kurilen beträgt die Fläche 372 769 Quadratkilometer.
Im Norden grenzt Japan an das Ochotskische Meer, im Osten an den Pazifischen Ozean, im Süden an den Pazifischen Ozean und das Ostchinesische Meer und im Westen an die Koreastraße und das Japanische Meer (Östliches Meer). Tokyo ist die Hauptstadt Japans und zugleich größte Stadt den Landes.
Die Inseln Japans sind die Gipfel einer riesigen Bergkette, die einst zum asiatischen Kontinent gehörte und die sich während des Känozoikums vom asiatischen Festland zu lösen begann. Die lange und schmale Hauptinsel Honshu misst an ihrer breitesten Stelle 241 Kilometer. Die japanische Küste ist im Verhältnis zur Fläche der Inseln ausgesprochen lang und weist mit ihren vielen Buchten und Meeresarmen eine Gesamtlänge von 29 751 Kilometern auf. Die Westküste von Kyushu am Ostchinesischen Meer bildet den unregelmäßigsten Teil der japanischen Küstenlinie. Einige schiffbare Meeresarme befinden sich an der Ostküste nördlich von Tokyo, aber im Süden der Bucht von Tokyo liegen die für die Schifffahrt günstigsten Buchten und natürlichen Häfen Japans. Zwischen Honshu, Shikoku und Kyushu liegt die so genannte Inlandsee mit vielen kleineren Inseln. Sie ist mit dem Pazifischen Ozean und über drei schmale Wasserstraßen, die nur selten von den Stürmen der offenen See erreicht werden, auch mit dem Japanischen Meer verbunden. Die Westküste der japanischen Inseln am beinahe gezeitenlosen Japanischen Meer verläuft relativ geradlinig und misst ungefähr 4 830 Kilometer; die einzigen größeren Einbuchtungen in der Küstenlinie sind die Buchten von Wakasa und Toyama auf der Insel Honshu.
Japan ist ein sehr gebirgiges Land; die zahlreichen hohen Bergketten werden von tief eingeschnittenen Tälern getrennt. In einigen Regionen sind ausgedehnte Ebenen entwickelt. Wegen des stark und kleinflächig wechselnden Reliefs sowie des oft flachgründigen, felsigen Bodens werden lediglich 13,2 Prozent (2001) der Landesfläche landwirtschaftlich genutzt.
Die japanischen Gebirge prägen die topographische Gestalt des Landes in besonderer Weise. Die Bergzüge erstrecken sich von Norden nach Süden bzw. Nordosten nach Südwesten über die gesamte Inselgruppe, wobei die zentrale Gebirgskette sich häufig in kleinere Nebengebirge verzweigt oder von niedrigeren Gebirgen flankiert wird. Die Berge erstrecken sich dabei häufig bis zur Küste und bilden dort Buchten.
Der Norden der Insel Hokkaido wird von einem vulkanischen Gebirge eingenommen, das sich von den Kurilen her erstreckt. Dieses Gebirge verzweigt sich an der Uchiurabucht im Südwesten Hokkaidos in zwei Ketten, die auf der Nachbarinsel Honshu als zwei parallel verlaufende Gebirge ihre Fortsetzung finden. Die niedrigere Gebirgskette verläuft im Nordosten von Nord nach Süd und trennt das Tal des Flusses Kitakami vom Pazifischen Ozean. Das Hauptgebirge durchzieht Honshu von Norden her in Richtung Südwesten. In den zentralen Teilen der Insel trifft es auf andere, quer zur Hauptrichtung verlaufende Gebirgsketten; in den Tälern dieses Gebiets verläuft der Fluss Shinano. Diese höchste Gebirgsregion Japans nimmt einen Großteil Honshus ein und erstreckt sich etwa bis zur Einschnürung der Insel auf der Höhe von Nagoya. Hier befindet sich auch der höchste Gipfel Japans, der 3 776 Meter hohe Fujisan, ein großer Vulkankegel in der Nähe von Yokohama, der wegen seiner Form und seiner außergewöhnlichen Schönheit zu den beliebtesten Motiven japanischer Kunst zählt. Einer der Nebenzweige dieses zentralen Massivs wird wegen seiner landschaftlichen Prägnanz als Japanische Alpen (Hidaka Sanmyaku) bezeichnet; er befindet sich östlich der Stadt Toyama und hat im Yariga mit 3 180 Metern seinen höchsten Punkt. Weiter südlich ragt eine andere Gipfelreihe auf, deren höchster Berg der Shirane (3 192 Meter) ist.
Nordöstlich des Fujisan dehnt sich die größte Ebene des Landes aus; in ihr liegen einige der größten Städte Japans, wie z. B. Tokyo und Yokohama. Ein weiteres Tiefland erstreckt sich an der schmalsten Stelle der Insel Honshu, es reicht vom Biwasee im Westen bis zur Bucht von Nagoya im Osten. Nach Süden schließt die Osaka-Ebene mit den Städten Kobe, Kyoto und Osaka an.
Auch die Inseln Shikoku und Kyushu sind von verschiedenen Gebirgen durchzogen, obwohl die Gipfel hier weniger hoch sind. So misst etwa auf Shikoku der Ishizuchi als höchster Berg der Insel 1 981 Meter. Die japanischen Berge sind häufig vulkanischer Natur. Insgesamt sind etwa 200 Vulkane bekannt, von denen etwa 50 aktiv sind. In den Vulkanregionen finden sich zahlreiche Thermalquellen sowie Gebiete mit vulkanischen Gasemissionen.
Da Japan im Bereich der Ränder zweier Kontinentalplatten – der Eurasiatischen und der Pazifischen – liegt, kommen sowohl Erdbeben als auch Vulkanausbrüche häufig vor. Beobachtungen haben ergeben, dass seismische Beben von geringer Stärke etwa dreimal pro Tag auftreten. Anhand geologischer Untersuchungen wurde festgestellt, dass sich die Westküste der japanischen Inseln vermutlich aufgrund dieser ständigen Belastung senkt, während sich die Pazifikküste hebt. An der Ostküste erstrecken sich die Erdbeben meist über große Flächen und werden häufig von Flutwellen, so genannten Tsunamis, mit verheerenden Folgen für die Küstenzonen begleitet. Diese Tsunamis gehen von untermeerischen Beben aus, deren Herd oft weit vor der Küste liegt. Ein Bebenherd scheint dabei in der Nähe der Ostküste von Honshu zu liegen, wo sich in acht Kilometer Tiefe ein riesiger Krater befindet. Das schwerste Erdbeben in der japanischen Geschichte fand 1923 statt; sein Zentrum lag in der Sagamibucht. Bei diesem Beben wurden die Städte Tokyo und Yokohama schwer beschädigt, und es kamen dabei einschließlich der Nachbeben 150 000 Menschen ums Leben. Bei dem schweren Erdbeben von 1995 wurden 5 000 Menschen getötet. Es erreichte die Stärke 7 auf der Richterskala und führte vor allem im Hafen der Stadt Kobe zu enormen Schäden. Ähnlich heftige Erdstöße wurden bei dem Beben vom Oktober 2000 registriert, dessen Epizentrum nahe Yonago lag. Dieses Erdbeben im Südwesten Japans forderte jedoch keine Todesopfer.
Obwohl Japan reich an Fließgewässern ist, existieren im Landesinneren keine schiffbaren Ströme. Die größeren japanischen Flüsse haben je nach Jahreszeit eine sehr unterschiedliche Wasserführung. Im Frühling bzw. zur Regenzeit kommt es zu Überschwemmungen, während einige Flüsse in den trockenen Perioden austrocknen können. Dieser periodische Wechsel erfolgt in zum Teil kurzen Abständen, so dass lediglich extrem flache Boote auf den Flüssen fahren können. Der längste Fluss Japans ist der Shinano auf Honshu mit einer Länge von 367 Kilometern; weitere große Flüsse auf Honshu sind Tone, Kitakami, Tenryu und Mongami. Zu den wichtigen Flüssen auf Hokkaido zählen der zweitgrößte Fluss Japans, der Ishikari, sowie der Teshio und der Tokachi. Der Yoshino ist der längste Fluss auf Shikoku.
Viele japanische Seen sind wegen ihrer malerischen Lage bekannt. Einige liegen in Flusstälern, aber bei der Mehrzahl handelt es sich um Bergseen. Die Seengebiete sind beliebte Erholungszentren. Der größte See Japans ist der Biwasee auf Honshu, der sich über eine Fläche von 670 Quadratkilometern erstreckt.
Aufgrund der großen Nord-Süd-Ausdehnung und des gebirgigen Charakters des Landes ist das Klima in Japan sehr uneinheitlich. Die jährlichen Durchschnittstemperaturen reichen von 5 °C in Nemuro (Hokkaido) bis 16 °C auf Okinawa. Kurze Sommer und lange, kalte Winter kennzeichnen das Klima auf Hokkaido und im nördlichen Teil von Honshu. Die strenge Kälte im Winter wird größtenteils durch die aus Sibirien wehenden Nordwestwinde und den kalten Oyashio verursacht, einer aus dem Beringmeer kommenden Meeresströmung. Nach Süden werden die Winter durch den Einfluss des warmen Kuroshio-Stromes gemäßigter. In Shikoku, Kyushu und im südlichen Honshu sind die Sommer heiß und feucht, die klimatischen Bedingungen nehmen subtropische Züge an; die Winter sind hier bei geringen Schneefällen mild.
Japan liegt im Einflussbereich der Monsunwinde, weshalb im Sommer vor allem an den pazifischen Küstengebieten hohe Niederschläge verzeichnet werden. Die mittleren Jahresniederschläge nehmen von Norden nach Süden zu; sie reichen von etwa 1 000 Millimetern auf Hokkaido bis rund 4 000 Millimeter in den Bergen des zentralen Honshu. Von Juni bis Oktober ziehen häufig tropische Zyklone, die in diesen Regionen als Taifune bezeichnet werden, über das Land hinweg. Sie können vor allem in den Küstengebieten große Schäden verursachen.
Die große Vielfalt und Üppigkeit der japanischen Pflanzenwelt ist überwiegend auf die Wärme und Feuchtigkeit im Sommer und die gebietsweise milden Winter zurückzuführen. Ein weiterer Grund ist der Anteil Japans an mehreren Klimazonen aufgrund der großen Längsausdehnung des Gebiets. Mehr als 17 000 Pflanzenarten sind in Japan heimisch. Viele davon werden auch in zahlreichen anderen Ländern als Zierpflanzen kultiviert, darunter Zierkirschen, Zieräpfel, Chrysanthemen (die japanischen Nationalblumen) und Pfingstrosen. Besonders beliebt ist die Zeit der früh blühenden Pflaumen- und Kirschbäume, die den Frühling einläutet. Im April sind die japanischen Hügel mit Rhododendren und Azaleen in leuchtenden Farben übersät. Im August erscheinen die Blüten der Lotosblumen, und im November blühen Chrysanthemen. Weitere erwähnenswerte Wildpflanzen sind Primeln, Glockenblumen, Gladiolen und Lilien. Charakteristisch sind die ausgedehnten, oft waldartigen Bambushaine.
Unter den Bäumen sind besonders die Nadelbäume häufig. Eine der bekanntesten Arten ist die japanische Sicheltanne, die Höhen bis 45 Meter erreicht. Ebenfalls heimisch sind hier Lärchen, Fichten und zahlreiche Kiefern-Arten. In Kyushu, Shikoku und im südlichen Honshu finden sich auch subtropische Bäume wie Kampfer- und Banyanbaum. Hier werden außerdem Teesträucher angebaut. Im zentralen und nördlichen Honshu entspricht die Baumvegetation derjenigen der gemäßigten Klimazone; hier gedeihen Buchen, Weiden, Kastanien und viele Nadelbäume. Maulbeerbäume werden in großem Umfang zur Seidenraupenzucht angebaut, ebenfalls die Lackbäume, die den Grundstoff für die berühmten japanischen (und chinesischen) Lackkunstarbeiten liefern.
In Hokkaido ist die Vegetation eher borealer Natur und ähnelt derjenigen Südsibiriens. Fichten, Lärchen und bestimmte Kiefern zählen hier zu den häufigsten Bäumen, teilweise finden sich aber auch Erlen, Pappeln und Buchen. Die häufigsten in Japan angebauten Obstsorten sind Pfirsiche, Mandarinen, Birnen und Orangen. In Japan wird eine einzigartige Form der Landschaftsgärtnerei betrieben (siehe Gartengestaltung): In den dortigen Gärten finden sich häufig Miniaturreproduktionen natürlicher japanischer Landschaften. Eine weitere typische Kunst ist die Bonsai-Kultur, bei der durch sorgfältiges Zuschneiden und spezielle Pflanz- und Pflegemethoden Miniaturausgaben von Bäumen entstehen, die der charakteristischen Wuchsform entsprechen.
Da Japan zur paläarktischen Faunenregion gehört, ist es von vielen Arten besiedelt, die auch in Mitteleuropa vorkommen. Hier leben u. a. 140 Säugetierarten und 450 Vogelarten. Der Wolf wurde ausgerottet, die Verbreitung des Braunbären ist auf Schutzgebiete beschränkt. Auf der Insel Honshu lebt die Affenart mit der nördlichsten Verbreitung: der Rotgesichtsmakak, der im Winter gern in heißen Quellen badet. Rotfüchse gibt es in ganz Japan, zudem leben hier Dachs, Fischotter, Hermelin, Mauswiesel, Sibirisches Feuerwiesel und der unserem Seehund nahe verwandte Largha-Seehund. Zu den Paarhufern gehören Wildschwein, Sikahirsch und der Goral (eine Ziegenantilope). Kleinsäuger sind u. a. durch Schneehase, Sibirisches Streifenhörnchen, Eichhörnchen, Flughörnchen sowie Zwerg- und Waldmaus repräsentiert.
Die Greifvogelfauna umfasst u. a. Seeadler, Fischadler, Mäusebussard, Graugesichtsbussard, Schwarzmilan, Sperber, Habicht, Wanderfalke und Turmfalke. An Gewässern leben Reiher (Grau-, Silber- und Seidenreiher), Kormoran, Kleiner Löffler und die Chinesendommel. Zu den in Japan beheimateten Hühnervögeln gehört die Japanische Wachtel. Aufgrund der langen Küstenlinien ist die Seevogelfauna mit Möwen, Enten und Watvögeln sehr artenreich. Zu den Singvögeln gehören die auch in Mitteleuropa weit verbreiteten Arten Feldsperling, Eichelhäher, Tannenhäher, Rauch- und Mehlschwalbe, Schwanzmeise und Kleiber. Ein bemerkenswerter Lurch ist der in Bergbächen lebende Riesensalamander, der über eine Länge von über einem Meter erreichen kann. Die Küstengewässer Japans bieten vielen Fischen wie Kabeljau, Thunfischen, Lachsen und Kugelfischen (die als Fugu gegessen werden) Lebensraum.
Die Einwohnerzahl beträgt rund 127,33 Millionen (2004). Die Bevölkerungsdichte liegt bei 323 Einwohnern pro Quadratkilometer. Die Bevölkerung ist überaus homogen zusammengesetzt; mehr als 99 Prozent der Bewohner des Landes sind Japaner. Unter den nahezu eine Million Ausländern stellen Koreaner den größten Anteil, daneben lebt in Japan auch eine jeweils größere Anzahl von Chinesen, US-Amerikanern und Filipinos. Die Ainu, die wie die Japaner ebenfalls sehr früh Teile des Archipels besiedelten, leben heute überwiegend auf Hokkaido. Die traditionelle Kultur der Ainu ist jedoch zunehmend im Verschwinden begriffen.
Der Urbanisierungsgrad ist in Japan sehr hoch; 79 Prozent der Bevölkerung leben in Städten (2002). Das Bevölkerungswachstum beträgt durchschnittlich 0,08 Prozent im Jahr (2004). Die mittlere Lebenserwartung liegt für Männer bei 77,7 Jahren und für Frauen bei 84,5 Jahren (2004).
Tokyo, das Finanz- und Wirtschaftszentrum des Landes, hat eine Einwohnerzahl von 8,08 Millionen (2003); in der Agglomeration leben rund 26,4 Millionen Menschen. Weitere große Städte sind Yokohama (3,47 Millionen Einwohner) mit einem bedeutenden Seehafen und Werften, ein Industriezentrum, das sich überwiegend auf chemische Produkte, Maschinenbau, Metall- und Rohölprodukte konzentriert; Osaka (2,49 Millionen Einwohner) mit einem wichtigen Seehafen und Flugplatz ist eines der größten Bankzentren Japans; Nagoya (2,12 Millionen Einwohner) ist ein Produktionszentrum mit Schwerpunkt auf Lackprodukten, Textilien und Tonwaren; Kyoto (1,39 Millionen Einwohner) ist die historische Hauptstadt des Landes, ein Zentrum der Schwerindustrie und berühmt wegen seiner kunsthandwerklichen Produkte, einschließlich Seidenbrokat und Textilien; Kobe (1,48 Millionen Einwohner) ist mit seinen vielen Werften der wichtigste Seehafen und weltweit der zweitgrößte Güterumschlaghafen. Neben diesen wichtigen Städten gibt es 75 weitere Städte mit einer Einwohnerzahl von mehr als 250 000.
Die Amtssprache ist Japanisch. Als internationale Geschäftssprache dient auch Englisch, das viele Japaner beherrschen. Obwohl das gesprochene Japanisch nur entfernt mit dem gesprochenen Chinesisch verwandt ist, gibt es in der japanischen Schrift viele chinesische Zeichen, die schon vor langer Zeit übernommen wurden. Die Japaner verwenden zwei phonetische Alphabete, Hiragana und Katakana, deren Zeichen Vereinfachungen chinesischer Zeichen sind. Ein drittes phonetisches Alphabet, das als Rômaji bezeichnet wird, besteht aus lateinischen Buchstaben.
Die Glaubensrichtung mit den meisten Anhängern in Japan ist der Shintoismus, eine Religion, die auf Ahnenkult und Verehrung von Naturgottheiten basiert. Sie teilt sich in über 200 verschiedene Richtungen auf. Daneben ist in Japan auch der Buddhismus mit ebenfalls mehr als 200 unterschiedlichen Strömungen stark vertreten, von denen besonders die des Soka-gakkai zu erwähnen ist. Zum Christentum bekennen sich lediglich 4 Prozent der Bevölkerung. Charakteristisch für die Japaner ist, dass sie häufig mehreren Religionen angehören. So bekennt sich etwa die Mehrheit der Shintoisten auch zum Buddhismus. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde der Shintoismus zur Staatsreligion, wobei dem Kaiser als Gott geopfert wurde und die Japaner sich göttlicher Abstammung wähnten. Alle Japaner, unabhängig von ihrer jeweiligen Glaubensrichtung, mussten damals in shintoistischen Schreinen opfern. 1946 schafften die alliierten Besatzungsmächte den Shintoismus in dieser Form ab. Am 1. Januar 1946 musste Kaiser Hirohito öffentlich auf alle Göttlichkeitsansprüche verzichten. Die 1947 verabschiedete Verfassung stellte die absolute Religionsfreiheit wieder her und beendete damit die Funktion des Shintoismus als Staatsreligion.
Das japanische Neujahr am 1. Januar wird Ganjitsu genannt. In Japan dauert das Neujahrsfest, Oshogatsu, drei Tage. Der 15. Januar ist der Tag der Mündigkeitserklärung (Seijin no Hi), an dem all jene besonders geehrt werden, die in dem jeweiligen Jahr ihren 20. Geburtstag feiern. Der Staatsgründungstag (Kenkoku Kinen no Hi) am 11. Februar erinnert an die Gründung Japans im Jahr 660 v. Chr. Zur Frühjahrs-Tagundnachtgleiche (Shunbun no Hi), um den 21. März, wird die Ankunft des Frühlings gefeiert. An dem Tag des Grüns (Midori no Hi), dem 29. April, widmet man sich der Schönheit der Natur. Der 3. Mai ist der Tag der Verfassung (Kempô Kinenbi), der 5. Mai der Tag der Kinder (Kodomo no Hi). Der 15. September ist der Ehrentag der alten Menschen (Keirô no Hi). Zur Herbst-Tagundnachtgleiche (Shûbun no Hi) um den 23. September feiert man die Ankunft des Herbstes und ehrt die Ahnen der Familie. 1966 wurde der 10. Oktober zum nationalen Tag für Gesundheit und Sport (Taiiku no Hi) erklärt; er soll auch an die Eröffnung der 18. Olympischen Spiele in Tokyo erinnern. Am 3. November, dem Tag der Kultur (Bunka no Hi), verleiht die Regierung Medaillen an Personen, die sich besonders um die Künste und Wissenschaften verdient gemacht haben. Der 23. November ist der Tag der Arbeit (Kinrô Kansha no Hi). Am 23. Dezember wird dem Geburtstag des Kaisers Akihito (Tennô Tanjôbi) gedacht.
Etwa 18 Prozent des jährlichen Staatshaushalts werden für Zwecke der sozialen Sicherung aufgewendet. Ein Krankenversicherungssystem gibt es in Japan seit 1927.
Die sozialstaatlichen Leistungen wurden seit dem 2. Weltkrieg deutlich ausgeweitet. Eine Gesetzgebung aus den Nachkriegsjahren sieht eine staatliche Unterstützung für einkommensschwache Personen vor, ferner gibt es soziale Beihilfen für Behinderte, ein Rentenversicherungsgesetz, ein Gesetz zur Fürsorge für altersschwache Personen, ein Mutterschafts- und ein Kinderschutzgesetz. Die gesamte Bevölkerung ist durch verschiedene Versicherungssysteme sozial abgesichert. Die arbeitende Bevölkerung tritt meist im Alter von 55 Jahren in den Ruhestand und erhält dann eine Rente in Höhe von 40 Prozent des Gehalts. Die medizinische Versorgung ist im Allgemeinen hervorragend. Für 603 Einwohner steht ein Arzt zur Verfügung. Die Kindersterblichkeitsrate ist mit 3 Sterbefällen pro 1 000 Lebendgeburten (2004) extrem niedrig.
Die japanische Kultur entwickelte sich mit den ersten Kontakten der Inselbewohner zu den Zivilisationen in China und Korea. Aus China übernahmen die Japaner neue Handwerkstechniken und das anfängliche System der Schriftsprache. Die Übernahme der Schriftzeichen lässt sich nicht genau zurückdatieren, liegt aber vermutlich in der Zeit um 400 n. Chr. Koreanische Schreiber verwendeten damals für ihre Berichte an den japanischen Kaiserhof chinesische Ideogramme. Die Bildung im alten Japan war jedoch viel aristokratischer als das chinesische Ausbildungssystem. In Japan unterhielten die Adelsfamilien ihre eigenen Privatschulen. Während der militärisch-feudalen Periode des Mittelalters erlangten die buddhistischen Tempel eine große Bedeutung im Ausbildungsbereich. Unter dem Tokugawa-Schogunat (1603-1868) blühten die Schulen im ganzen Land auf und schufen ein Bildungsniveau, das in den vormodernen Gesellschaften seinesgleichen sucht.
Mit Beginn der Herrschaft von Kaiser Meiji (1868-1912) fanden die so genannten Meiji-Reformen statt, die Japan einer radikalen Umwandlung im gesamten Bildungsbereich sowie in sozialer und wirtschaftlicher Hinsicht unterwarfen. Das erste Erziehungsministerium wurde 1872 gegründet; im selben Jahr verabschiedete man ein umfassendes Bildungsgesetz, das die allgemeine Grundschulausbildung vorsah. Die Regierung sandte pädagogische Delegationen nach Europa und Amerika, um neue erzieherische Ansätze kennen zu lernen; ausländische Pädagogen wurden eingeladen, führten ihre Erziehungsprogramme durch und änderten das japanische Schulsystem. In dieser Periode der Neuorientierung wurde im Jahr 1877 die Universität Tokyo gegründet. Als Ergebnis dieser Reformen etablierte sich Japan als moderne Nation mit einem vollständigen Schulsystem, das in seinen Grundzügen denen der westlichen Nationen entsprach.
Die Niederlage Japans im 2. Weltkrieg führte erneut zu Änderungen im Bildungsbereich: Angeregt wurden sie durch eine Gruppe von Pädagogen, die 1946 die USA bereiste. Einige dieser Vorschläge wurden auch nach der Wiederherstellung der japanischen Souveränität 1952 beibehalten. Die Verbreitung nationalistischer Ideologien wurde aus den Schulzimmern verbannt, dagegen wurde das Studium der Sozialwissenschaften betont und im Unterricht die Betonung der individuellen Persönlichkeit gezielt gefördert.
Die japanischen Schulen und Hochschulen unterstehen dem Erziehungsministerium. Das Schulsystem basiert auf einem Grundgesetz zur Bildung aus dem Jahr 1947; dieses Gesetz wurde in den folgenden Legislaturperioden nachgebessert, um allen Studenten eine Ausbildung an einer höheren Schule zu ermöglichen. Zu den immerwährenden Problemen der japanischen Lehrer zählt die Unterrichtung der schwierigen und komplexen japanischen Sprache, die aus einem Zusammenspiel dreier verschiedener Schriften besteht.
Der Schulbesuch in Japan ist für die Dauer von 10 Jahren Pflicht und kostenfrei. Vorgesehen sind sechs Jahre Grundschule und drei Jahre Mittelschule. Darüber hinaus ist der Besuch einer Ausbildungseinrichtung freiwillig. Für die Weiterbildung werden geringe Gebühren erhoben; dies gilt auch für die staatlichen Gymnasien und die öffentlichen Hochschulen. Es gibt Technik-, Handels- und Berufsschulen sowie schulische Einrichtungen für körperlich Behinderte. Privatschulen sind weit verbreitet und stellen eine beliebte Ergänzung zu dem stark leistungsorientierten staatlichen Bildungssystem dar.
In Japan gibt es etwa 60 staatliche (früher kaiserliche) Universitäten und daneben auch eine große Anzahl privater Hochschulen. Zu den größten Universitäten zählen die Universität Tokyo (gegründet 1877), die private Nihon-Universität ebendort (1899), die ebenfalls private Doshisha-Universität in Kyoto (1875), die Universität Kyoto (gegründet 1897) und die private Fukuoka-Universität in Osaka (1934).
Das Bildungssystem in Japan ist hoch entwickelt. Die Analphabetenrate liegt unter 5 Prozent. Das Erlernen der englischen Sprache ist in allen Hauptschulen Pflicht.
In Tokyo befinden sich die meisten wichtigen Bibliotheken des Landes. Dazu zählt auch die Nationale Reichstagsbibliothek, die zugleich als internationale Buchbörse und Informationszentrum in Japan dient. Sie ist in sieben Abteilungen gegliedert und umfasst insgesamt 9,4 Millionen Bände. Zu den bedeutenden universitären Bibliotheken in Tokyo gehören diejenige der Universität Tokyo sowie die Bibliotheken der Universitäten Meiji und Nihon. Große Sammlungen sind auch in den Provinzbibliotheken zu finden.
Mit Ausnahme einiger moderner Galerien in den Großstädten, befinden sich die Museen in Japan häufig in Tempeln oder Schreinen oder sind in Privat- bzw. Firmenbesitz. Zu den bekanntesten zählt der Myohoin-Tempel in Kyoto. Das größte Kunstmuseum Japans ist das Tokyoter Nationalmuseum. Die wichtigsten Spezialsammlungen Tokyos befinden sich im Kalligraphischen Museum, dem Nationalmuseum für westliche Kunst, dem Meiji-Schrein-Schatzmuseum und dem Museum für Japanische Volkskunst. Darüber hinaus sind in beinahe jeder größeren Stadt Museen mit ständigen oder wechselnden Ausstellungen zu besichtigen.
Wie die japanische Kultur war auch die japanische Kunst vor allem in der Frühzeit maßgeblich von den Hochkulturen in China und Korea geprägt. Erst in der Heian-Periode (794-1185) ließ der chinesische Einfluss deutlich nach, und es bildeten sich spezifisch japanische Elemente aus. Diese Periode wird daher allgemein als klassische Epoche Japans bezeichnet. Einflüsse des alten China finden sich vor allem in der japanischen Sprache, die viele chinesische Zeichen und Lehnwörter verwendet, aber auch in der japanischen Literatur und der japanischen Musik. Die Religion, insbesondere der Buddhismus, hat im kulturellen Leben Japans eine wichtige Rolle gespielt und das frühe japanische Theater wesentlich geprägt. Westliche Einflüsse gewannen erst ab dem 19. Jahrhundert an Bedeutung. Heute gibt es sowohl rein westliche Kulturelemente als auch Vermischungen. Siehe auch japanischer Film; Sumo-Ringen; Geisha
Es erscheinen 122 Tageszeitungen, deren Gesamtauflage bei etwa 72,70 Millionenliegt (1996) – die japanischen Tageszeitungen haben eine der höchsten Gesamtauflagen der Welt. Die größten Tokyoter Tageszeitungen sind Asahi Shimbun und Yomiuri Shimbun.
Japan wird gemäß der Verfassung von 1947 regiert, die letztmals 1994 geändert wurde. Diese Verfassung, die unter der Aufsicht der alliierten Mächte nach dem 2. Weltkrieg entstand, legt als Staatsform eine parlamentarische Monarchie fest, in der der Kaiser nicht mehr Oberhaupt des Staates ist, sondern ihn eher symbolisch vertritt und lediglich repräsentative Funktionen innehat.
Zwischen 1889, als die erste moderne japanische Verfassung verabschiedet wurde, und dem Ende des 2. Weltkrieges im Jahr 1945 befand sich die oberste Exekutivgewalt offiziell in der göttlichen und unantastbaren Person des Kaisers, des so genannten Dai Nippon Teikoku Tenno („Kaiser des großen japanischen Reiches”; Tenno bedeutet „himmlischer [Herrscher]”). Der Titel ist erblich und wird jeweils an den ersten männlichen Nachfolger der Kaiserfamilie übergeben. Steht kein Nachfolger zur Verfügung, kann der Kaiser auch aus der Mitte der vier Fürstenfamilien gewählt werden, die innerhalb des Kaiserhauses denselben Status innehaben. Kaiser Akihito, der den Thron im Jahr 1989 übernahm, ist der 125. Tenno Japans.
Seit In-Kraft-Treten der neuen Verfassung von 1947 liegt die tatsächliche Exekutivgewalt in Händen des Kabinetts, dessen 20 Mitgliedern der Ministerpräsident vorsteht. Er ist Mitglied des Parlaments und wird von diesem gewählt. Zu seinen Aufgaben gehören Ernennung und Entlassung der Minister.
Die legislative Gewalt liegt bei einem aus zwei Kammern bestehenden Parlament (Kokkai): dem Oberhaus (Sangi-in) mit 252 Sitzen und dem Unterhaus (Shugi-in) mit ursprünglich 511 Sitzen. Die Minister des Kabinetts sind dem Kaiser gegenüber verantwortlich und werden von diesem offiziell ins Amt berufen.
Die Abgeordneten des Unterhauses werden alle vier Jahre neu gewählt (im Januar 1994 wurde das Wahlgesetz für das Unterhaus reformiert und die Anzahl der ursprünglich 511 Mitglieder auf 500 reduziert); im Februar 2000 erfolgte eine weitere Verringerung der Zahl der Mandate auf 480. Die Wahl der Mitglieder des Oberhauses erfolgt im sechsjährigen Turnus, wobei alle drei Jahre jeweils die Hälfte der Mitglieder gewählt werden. Das Unterhaus ist das mächtigere der beiden Häuser des Parlaments. Alle Entscheidungen des Oberhauses müssen vom Unterhaus angenommen werden. Alle japanischen Bürger über 20 Jahre sind wahlberechtigt.
Die wichtigsten politischen Parteien in Japan sind die Liberaldemokratische Partei (LDP), die Neue Fortschrittspartei (NFP), die Sozialdemokratische Partei Japans (SDP, vor 1991 Sozialistische Partei Japans), die Demokratische Partei (DPJ), die Liberale Partei (LP), die Partei der Buddhisten (Komeito) und die Kommunistische Partei (KPJ). Drei neue Reformparteien konnten sich in den vergangenen Jahren etablieren.
Höchste juristische Instanz Japans ist der Oberste Gerichtshof, der von der Verfassung vorgeschrieben ist; er besteht aus einem höchsten Richter, der vom Kaiser auf Empfehlung des Kabinetts ernannt wird, sowie aus 14 weiteren Richtern, die ebenfalls vom Kabinett bestellt werden. Dieser Instanz untergeordnet sind Oberlandesgerichte, Landgerichte, denen mehrere Zweiggerichte untergeordnet sind, Familiengerichte und Amtsgerichte. Der Oberste Gerichtshof ist letzte Instanz für alle zivilen Klagen und Strafrechtsfälle, darüber hinaus hat er die Autorität, über die Verfassungsmäßigkeit von Gesetzen oder Exekutivmaßnahmen zu entscheiden. Die Oberlandesgerichte dienen als Berufungsinstanz für Zivil- und Strafrechtsfälle aus den unteren Gerichtshöfen. Die Familien- und Amtsgerichte entscheiden ausschließlich in erster Instanz. Alle Polizeikräfte in Japan unterliegen der Kontrolle durch die Zentralregierung. Obwohl per Verfassung und Gesetz genaue Rechtsgrundlagen bestehen, ist die japanische Rechtsprechung deutlich flexibler als diejenige westlicher Länder, denn in vielen Fällen sind nach wie vor soziale Sanktionen in der sehr auf Gruppenzugehörigkeit bauenden japanischen Gesellschaft wirkungsvoller als tatsächliche Verurteilungen nach geltendem Recht.
Japan ist in 47 Präfekturen gegliedert, wobei Hokkaido eine eigene Präfektur bildet und Tokyo, Osaka und Kyoto Stadtpräfekturen darstellen. Jede Präfektur wird von einem gewählten Gouverneur regiert und verfügt über ein eigenes Parlament. Jede Gemeinde innerhalb einer Präfektur verfügt ebenfalls über ein vom Volk gewähltes Parlament. Die Gemeinden haben relativ weit reichende Befugnisse. Sie sind u. a. für die öffentlichen Erziehungseinrichtungen und die Steuererhebungen zuständig.
Die Nationale Polizeireserve wurde unter der Besatzung der Alliierten 1950 gegründet und bildet den Kern der japanischen „Selbstverteidigungsstreitkräfte”. Diese wurden nach Wiedererhalt der japanischen Souveränität weiter ausgebaut. Armee, Marine und Luftwaffe umfassen zusammen etwa 239 900 Soldaten (2002). Die Streitkräfte rekrutieren sich aus Freiwilligen – es herrscht keine Wehrpflicht. Das Land verfügt darüber hinaus über eine eigene Küstenwache.
Vor dem 2. Weltkrieg lag die japanische Wirtschaft in den Händen einiger weniger wohlhabender Familien, die als Zaibatsu („reiche Clique”) bezeichnet wurden. Die bedeutendsten dieser Familien waren die Mitsui, Iwasaki (sie agierten unter dem heute noch bestehenden Firmennamen Mitsubishi), Sumitomo und Yasuda. Diese Familien kontrollierten den größten Teil der Kohle-, Eisen-, Zellstoff- und Aluminiumindustrie. In den Jahren 1945 und 1946 wurde das Familieneigentum dieser riesigen Gesellschaften während der alliierten Besatzung aufgelöst. Die Firmen blieben jedoch intakt und haben seitdem eine noch größere Wirtschaftsmacht gewonnen, denn die Geschäftsbereiche wurden auch auf die Sektoren Schiffbau, Banken und andere Industrien ausgedehnt.
Besonders in den achtziger Jahren ist die japanische Wirtschaft enorm expandiert. Das industrielle Hauptaugenmerk Japans hat sich dabei von der Leichtindustrie auf die Schwerindustrie, die chemische und die Elektronikindustrie verlagert, die zusammen etwa zwei Drittel des jährlichen Gesamtexports produzieren. Ebenfalls bedeutend sind die japanische Automobilindustrie sowie der Schiffbau.
Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) beträgt 3 993 Milliarden US-Dollar (2002), woraus sich ein BIP pro Kopf von 31 410 US-Dollar ergibt (Dienstleistungen 68,1 Prozent, Industrie 30,6 Prozent, Landwirtschaft 1,4 Prozent). 64 Prozent der Erwerbstätigen sind im Dienstleistungssektor beschäftigt, 31 Prozent in der Industrie und 5 Prozent in der Landwirtschaft. Die Inflationsrate liegt bei -0,33 Prozent (1990–2002), die Wachstumsrate bei 1,25 Prozent (1990–2002).
Von 1987 bis 1991 boomte Japans Wirtschaft, das Land galt als der Motor der weltwirtschaftlichen Konjunkturentwicklung. Etwa 1991/92 setzte jedoch eine Rezession ein, die Mitte der neunziger Jahre leicht abgeschwächt werden konnte, aber schließlich 1997 in den schwersten Konjunktureinbruch seit der Ölpreiskrise (1974/75) mündete. Durch die so genannte Asienkrise wurde Japans Wirtschaft zusätzlich belastet.
Die Anbaugebiete Japans sind relativ sind klein. Dafür weist Japan einen der höchsten Ernteerträge pro bewirtschaftetem Land in der Welt auf. Etwa 70 Prozent des eigenen Nahrungsmittelbedarfs werden im Land erzeugt. Der Anteil der ländlichen Bevölkerung ist in den letzten Jahren stark zurückgegangen; dennoch hat sich die Bedeutung der Landwirtschaft nicht verändert. Etwa 40 Prozent der Landwirtschaftsfläche werden für den Reisanbau verwendet, der über ein Drittel der Gesamternte beträgt. Reis bildet nach wie vor den Grundstock der japanischen Ernährung; Änderungen in den Ernährungsgewohnheiten und die Entwicklung besserer Anbauverfahren haben jedoch zu einer unübersehbaren Überproduktion geführt. Weizen, Gerste und Sojabohnen zählen ebenfalls zu den wichtigsten Ernteerzeugnissen. Weitere Anbauprodukte sind Kartoffeln, Zuckerrüben, Zuckerrohr, Rettich, Kohl, Süßkartoffeln, Chinakohl, Zwiebeln, Tomaten und Gurken sowie Mandarinen und andere Zitrusfrüchte, Melonen, Äpfel und außerdem Tabak. Von großer Bedeutung ist der Anbau von Tee, der vorwiegend für den innerjapanischen Gebrauch produziert wird (siehe Teezeremonie).
Da die Landfläche für die Bewirtschaftung begrenzt und entsprechend wertvoll ist, steht für die Viehzucht nur wenig Fläche zur Verfügung. Dennoch werden etwa 9 725 000 Schweine, 4 523 000 Rinder und 306 000 000 Stück Geflügel gehalten. Die landwirtschaftlich genutzten Gebiete sind in kleinere Gehöfte aufgeteilt, wovon 70 Prozent nur etwa einen Hektar Fläche oder noch weniger umfassen. Die meisten Bauern sind zumindest zeitweise auch noch in der Industrie beschäftigt. Das Land wird intensiv genutzt, und der größte Teil der Höfe ist mit Elektrizität und modernsten Geräten ausgestattet. Ernten sind durch den Einsatz von Kunstdünger und verbesserte Anbauverfahren zwei- oder dreimal jährlich möglich, obwohl dies die Böden stark beansprucht. Insgesamt zählt die japanische Landwirtschaft zu den effektivsten der Welt.
Etwa 64 Prozent der Gesamtfläche Japans sind bewaldet; davon nehmen die Nadelholzbestände etwa zwei Fünftel ein. Ungefähr zwei Drittel der Waldgebiete sind in Privatbesitz. Obwohl Japan bei der Gewinnung von Nutzhölzern zu den ersten Nationen der Welt zählt, zwingt der ständig wachsende Bedarf im Inland auch zum Import von großen Holzmengen.
Fisch ist ein Grundnahrungsmittel in Japan und lässt sich in seiner Bedeutung beinahe mit dem Reis vergleichen. Daher gehört der Fischfang und die Fischverarbeitung zu einem der wichtigsten Wirtschaftsbereiche im Land. Beliefert wird sowohl das Inland als auch das Ausland. Die japanische Fischereiflotte gehört zu den größten der Welt. Die Fischereiindustrie lässt sich in drei Kategorien unterteilen: die Binnen-, die Küsten- und die Hochseefischerei. Die Binnenfischerei wird mit Booten mittlerer Größe durchgeführt und sorgt für einen wesentlichen Anteil am gesamten Fang, der sich auf etwa ein Viertel der Gesamtproduktion beläuft. Die Hochseefischerei wird mit großen Fangschiffen vorgenommen, die in den Fischgründen der internationalen Gewässer tätig sind. In diesem Bereich wird ebenfalls ungefähr ein Viertel des Gesamtertrags erbracht. Die Küstenfischerei, von kleineren Booten mit Hilfe von Netzen oder mittels Zuchttechniken betrieben, erbringt die Hälfte des gesamten japanischen Fischfangs; die Erträge sind allerdings insbesondere wegen der Verschmutzung der Küstengewässer rückläufig. Zu den am häufigsten gefangenen Meerestieren zählen Sardinen, Thunfische, Seehechte, Lachse, Pollack, Makrelen, Eidechsenfische, Meerbrassen, Krabben, Garnelen, Tintenfische, Venusmuscheln und Austern. Daneben zählt Japan zu den wenigen noch aktiven Walfangnationen der Welt. Außerdem werden große Mengen an Tang und anderen Meeresalgen geerntet, die auch als Nahrungsmittel dienen.
Japan verfügt zwar über eine Vielzahl an mineralischen Bodenschätzen, jedoch reichen die Abbaumengen kaum zur Deckung des inländischen Bedarfs aus. Daher muss das Land zahlreiche Rohstoffe – vor allem Erdöl zur Energieversorgung – importieren. In Japan werden in kleinen Mengen Kohle, Kupfer-, Blei-, Zink- und Eisenerz sowie Quarz und Kalkstein gefördert.
Nachdem die japanische Industrie durch die Angriffe im 2. Weltkrieg schweren Schaden erlitten hatte, erfolgte in der Zeit des Wiederaufbaus eine komplette Modernisierung der Produktionsanlagen, weshalb Japan schon damals über einen modernen Grundstock bei den Industrieanlagen verfügte – ein mitentscheidender Faktor für den folgenden Wirtschaftsboom. Beim Wiederaufbau wurde vor allem der chemischen und petrochemischen Industrie und dem Maschinenbau Vorrang eingeräumt. Mitte der fünfziger Jahre hatte die industrielle Produktion das Vorkriegsniveau bereits überholt; die jährlichen Zuwachsraten im Produktionssektor betrugen in der Zeit zwischen 1965 und 1980 etwa 9,5 Prozent und in der Periode von 1980 bis 1988 immer noch beachtliche 6,7 Prozent. Bis Mitte der neunziger Jahre war Japan zur führenden Schiffbaunation in der Welt aufgestiegen und zählte auch in den Bereichen der Produktion elektrischer und elektronischer Geräte – darunter vor allem Uhren, Videorecorder, Fernsehgeräte, Kameras, Mikrowellengeräte, Kühlschränke, Faxgeräte, Computer und Kopiergeräte – sowie in der Stahlverarbeitung und Automobilherstellung zu den führenden Ländern. Unterstützt durch den starken Yen konnten japanische Gesellschaften zunehmend in Industrieanlagen im Ausland investieren.
Mitte der neunziger Jahre zählte Japan außerdem zu den führenden Produzenten chemischer Grundstoffe. Auch in der Textilindustrie rangiert Japan an vorderster Stelle und nimmt bei der Herstellung von synthetischen Fasern weltweit den dritten Platz ein. Seide und Baumwolle nahmen in dieser Periode jedoch an wirtschaftlicher Bedeutung ab.
Die 1882 gegründete Bank of Japan ist die Zentralbank und fungiert als Steuerregulierungs-Instrument für die Regierung; daneben gibt sie als einzige Institution die Währung aus. Das Herz des Bank- und Finanzwesens bilden weitere 85 Handelsbanken. Die Tokyoter Börse zählt zu den zentralen Finanzmärkten der Welt. Währungseinheit ist der Yen, der aus 100 Sen besteht. Vor allem im Zuge der Konjunktur- und der so genannten Asienkrise kam es gegen Ende des 20. Jahrhunderts zu einer ganzen Serie von Insolvenzen im Finanzwesen. Besonders im Bereich Bankwesen mussten einige Unternehmen 1997 Konkurs anmelden.
Vor dem 2. Weltkrieg lag Japan im Welthandel an fünfter Stelle. 1939 beliefen sich die japanischen Exporte auf 928 Millionen US-Dollar und die Importe auf 757 Millionen US-Dollar. Die meisten Exporte gingen an Länder, die der Kontrolle des japanischen Kaiserreiches unterstanden, z. B. die Mandschurei und die besetzten Gebiete in China. Der Außenhandel mit anderen Ländern, etwa den Vereinigten Staaten und Großbritannien, war damals gering. Die Handelsbilanz mit den Vereinigten Staaten war zu jener Zeit negativ, die Importe lagen um 70 Millionen US-Dollar höher als die Exporte in die USA.
Obwohl die Wirtschaft in den vergangenen Jahren stagnierte, ist die Handelsbilanz deutlich positiv. Japan belegt den dritten Platz unter den Exportnationen. Die im Land produzierten Waren wurden zu 90 Prozent für den Export hergestellt. Der Import von Rohöl und Erdölerzeugnissen nimmt 13 Prozent des Gesamtimports ein. Weitere wichtige Importgüter sind Maschinen und Ausrüstungen, Nahrungsmittel und Tiere, Grundstoffe für die Produktion (wie Textilstoffe, Eisen und Stahl, chemische Produkte) sowie Rohmaterialien (z. B. Holz). Bis 1993 waren Reisimporte verboten, aber die karge Ernte in den Jahren 1993 bis 1994 zwang Japan zu Reisimporten in Höhe von einer Million Tonnen aus Thailand, Australien und den Vereinigten Staaten. Die Abschlüsse der Uruguay-Runde im Jahr 1993 und die Gespräche der GATT-Runde erwirkten eine teilweise Zurücknahme der Importbeschränkungen.
Die asiatischen Länder liefern 42 Prozent der japanischen Importe und übernehmen 33 Prozent der japanischen Exporte. Zu den führenden Handelspartnern Japans im asiatischen Raum zählen Südkorea, China (mit Hongkong), Indonesien, Singapur sowie Saudi-Arabien. Aus Ländern der Europäischen Union – insbesondere Deutschland, Frankreich und Großbritannien – kommen 13 Prozent der japanischen Importe, während dorthin 17 Prozent der japanischen Exporte geliefert werden. Die Vereinigten Staaten übernehmen 28 Prozent der japanischen Exporte und liefern 22 Prozent der Importe. Weitere wichtige Handelspartner für Japan sind Australien, Kanada und Russland.
Nach dem 2. Weltkrieg wuchs die Anzahl der Mitglieder in den japanischen Gewerkschaften sprunghaft an. 1946 wiesen die 12 000 verschiedenen Gewerkschaften insgesamt 3,7 Millionen Mitglieder auf. Bis Ende der siebziger Jahre hatte sich die Anzahl der Gewerkschaften auf 70 000 erhöht, deren Mitgliederzahl mehr als 12,5 Millionen und damit 30 Prozent der gesamten beschäftigten Bevölkerung beträgt. 1987 schlossen sich die wichtigsten Gewerkschaftsverbände aus der Privatindustrie zu einem Dachverband zusammen, der die Bezeichnung „Nationale Föderation der Gewerkschaften in der Privatindustrie” trägt und auch als Rengo bekannt ist.
Japan verfügt über eine gut ausgebaute Infrastruktur, obwohl die ausgeprägte Topographie die verkehrstechnische Erschließung des Landes stark erschweren. Die wichtigsten Eisenbahnstrecken wurden 1907 verstaatlicht, 1987 reorganisiert und in den privaten Besitz zurückgeführt. Mit dem Bau des berühmten Hochgeschwindigkeitszuges Shinkansen wurde Anfang der sechziger Jahre begonnen; er verbindet die Stadtregionen Osaka und Tokyo miteinander, wurde 1964 in Betrieb genommen und ist tägliches Beförderungsmittel vieler Menschen zwischen Arbeit und Wohnstätte. Später wurden die Hochgeschwindigkeitstrassen auf eine Gesamtlänge von nunmehr 7 000 Kilometer ausgebaut. Das japanische Straßennetz ist zu zwei Dritteln asphaltiert.
Die japanische Handelsflotte zählt zu den größten der Welt und umfasst 7 151 Schiffe (2002), die ein Fassungsvermögen von 13 561 521 Bruttoregistertonnen Fracht aufbringen. Die ersten japanischen Fluggesellschaften wurden 1951 gegründet; die Fluglinien verbinden Tokyo und Osaka vor allem mit Europa, den Vereinigten Staaten, Kanada, Mexiko, dem Mittleren Osten und Südostasien. Japan Air Lines (JAL, seit 1987 in privater Hand) und Japan Asia Airways sind die größten Fluggesellschaften und bieten vor allem internationale Flüge an; die All Nippon Airways, bisher vor allem für die Inlandsflüge zuständig, hat ihre internationalen Aktivitäten in den letzten Jahren ausgeweitet.
Jährlich besuchen etwa 5,24 Millionen Auslandsgäste Japan, während umgekehrt etwa zwölf Millionen Japaner nach Übersee reisen. Die jährlichen Einnahmen aus dem Tourismus belaufen sich insgesamt auf umgerechnet 3,4 Milliarden US-Dollar.
Im Bereich der Stromproduktion gehört Japan zu den führenden Nationen der Welt. 2001 wurden 60 Prozent der Elektrizität mit Hilfe von Wärmekraftwerken erzeugt (insbesondere durch Verbrennung von Erdöl oder Kohle). Die Stromerzeugung durch Wasserkraft ist in Japan ausgesprochen weit entwickelt und liefert immerhin 8,4 Prozent der Stromproduktion; erwähnenswert ist ebenfalls die Nutzung geothermischer Quellen.
Da die Energiegewinnung aus Erdöl oder Kohle für Japan sehr kostenintensiv ist – Japan muss Erdöl importieren – deckt das Land 29,8 Prozent seines Strombedarfs durch Kernenergie. Ein weiterer Ausbau dieses Potentials ist geplant. Gegenwärtig sind 53 Kernreaktoren in Betrieb.
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