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Mali, Republik, Staat in Nordwestafrika, grenzt an Algerien, Niger, Burkina Faso, an die Elfenbeinküste und Guinea sowie an Senegal und Mauretanien. Die Fläche des Landes beträgt 1 240 192 Quadratkilometer.

Mali besteht größtenteils aus weiten Ebenen, die nur von einzelnen Bergen überragt werden. Im Südosten erheben sich die Hombori-Berge bis auf 1 155 Meter. Mali hat im Norden Anteil an der Sahara und nach Süden und Westen an der Sahelzone. Der wichtigste Fluss ist der Niger, der Mali in einem Bogen durchfließt.

Im Norden herrscht Wüstenklima, das nach Süden in ein Halbwüstenklima und schließlich in ein feuchttropisches Klima übergeht. Die Durchschnittstemperatur beträgt im Süden zwischen 24 und 32 °C. Die jährliche Niederschlagsmenge liegt im Süden bei 1 400 Millimetern, im Norden dagegen unter 127 Millimetern.

Der Wüste im Norden folgen nach Süden die Trocken-, Dornstrauch- und Feuchtsavanne. An Tieren sind u. a. Oryxantilope, Gazelle, Giraffe, Warzenschwein, Gepard, Löwe, Leopard und Schakal in Mali heimisch.

Die jährliche Entwaldungsrate ist mit 0,72 Prozent (1990–2000) im Verhältnis zur ohnehin geringen Waldfläche des Landes von lediglich 10,8 Prozent (2000) der Gesamtfläche relativ hoch. Dürre, Entwaldung und eine zunehmende landwirtschaftliche Nutzung von Randgebieten haben eine erhebliche Verschlechterung der Böden und eine extrem schnell voranschreitende Desertifikation verursacht. Die Sahara breitet sich mit alarmierender Geschwindigkeit nach Süden aus. Eine weitere Folge der Dürre und des damit verbundenen Verlustes von Lebensräumen ist das Aussterben vieler Arten. Auch die Wilderei stellt in diesem Zusammenhang ein großes Problem dar.

Die wichtigsten Bevölkerungsgruppen sind Bambara, Fulbe, Tuareg, Soninke, Dogon, Senufo, Songhai (Sonrhai) und Malinké. Etwa 90 Prozent der Einwohner gehören dem Islam an, etwa 9 Prozent sind Anhänger traditioneller Religionen, ungefähr 1 Prozent Christen. Die Amtssprache ist Französisch, die von den Regierungsbeamten und der Bevölkerung in den städtischen Gebieten gesprochen wird. Die am weitesten verbreitete Sprache ist Bambara, ein Dialekt des Manding (eine Niger-Kongo-Sprache), neben dem Haussa die bedeutendste Verkehrssprache in Westafrika. Siehe auch afrikanische Sprachen.

Die Einwohnerzahl beträgt etwa 12 Millionen (2003), bei einer Bevölkerungsdichte von 9,8 Einwohnern pro Quadratkilometer. Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei 45,3 Jahren (2003). Mit jährlich 47,30 Geburten pro 1 000 Einwohner (2003) hat Mali eine der weltweit höchsten Geburtenraten und mit 2,78 Prozent pro Jahr (2003) eine überdurchschnittlich hohe Bevölkerungswachstumsrate.

Mali ist in sieben Regionen und den Distrikt der Hauptstadt Bamako gegliedert. Die wichtigsten Städte neben Bamako (1,08 Millionen Einwohner) sind Ségou (107 000), Sikasso (90 000) und Mopti (86 000).

Nur etwa 61 Prozent aller Kinder im Grundschulalter besuchten 2000–2001 eine Schule, 15 Prozent wurden in weiterführenden Schulen ausgebildet, und an den Hochschulen waren 1,9 Prozent der entsprechenden Altersgruppe immatrikuliert. Bamako verfügt über Hochschulen für Verwaltung, Medizin und Technik. Der Alphabetisierungsgrad liegt bei 48,1 Prozent.

Seit 1960 ist Mali eine Präsidialrepublik. 1992 trat eine neue Verfassung in Kraft, die das Machtmonopol der 1979 gegründeten Démocratique du Peuple Malien beendete und ein Mehrparteiensystem festlegte. Staatsoberhaupt ist der für eine Amtszeit von fünf Jahren direkt gewählte Präsident. Er ernennt den Ministerpräsidenten. Die Nationalversammlung (Assemblée Nationale) besteht aus 147 Abgeordneten, die für fünf Jahre gewählt werden. Das Rechtssystem wurde nach französischem Vorbild aufgebaut.

Wichtigste Parteien sind die Alliance pour la Démocratie au Mali (ADEMA), die Parti pour la Renaissance Nationale (PARENA) und die Convention Démocratique et Sociale (CDS). Mali gliedert sich verwaltungsmäßig in sieben Regionen und den Hauptstadtdistrikt.

Mali ist eines der ärmsten Länder der Welt. Die Wirtschaft ist auf die Landwirtschaft ausgerichtet; 80 Prozent (2001) der Bevölkerung leben vom Ackerbau. Kleine Industrieunternehmen existieren vor allem in den Bereichen Baumwoll- und Lebensmittelverarbeitung. An Bodenschätzen werden Salz, Phosphate, Gold und Uran abgebaut. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) beträgt 3 364 Millionen US-Dollar (2001; Dienstleistungen 36,1 Prozent, Industrie 29,7 Prozent, Landwirtschaft 34,2 Prozent); daraus ergibt sich ein BIP pro Einwohner von 300 US-Dollar. 12 Prozent der Erwerbstätigen arbeiten im Dienstleistungssektor, 2 Prozent sind in der Industrie, 86 Prozent in der Landwirtschaft beschäftigt.

Die wichtigsten Anbaufrüchte sind Hirse, Reis, Mohrenhirse, Mais und Zuckerrohr. Das wichtigste Ackerbaugebiet ist das Binnendelta des Niger zwischen Ségou und Timbuktu. Durch Staudämme am Niger konnte die Ackerfläche erweitert werden. Die Ernten wie auch der Viehbestand sind immer wieder durch Dürrekatastrophen in Gefahr.

Landeswährung ist der CFA-Franc.

Zu den wichtigsten Exportgütern gehören Baumwolle, Vieh und Fisch. Importiert werden insbesondere Erdöl- und Nahrungsmittelprodukte, Kraftfahrzeuge, Maschinen und Chemikalien. Die wichtigsten Handelspartner sind Frankreich, die Elfenbeinküste, der Senegal, Belgien, Luxemburg, Großbritannien und Deutschland.

Der Niger, der von Juli bis Januar größtenteils schiffbar ist, ist die Lebensader Malis. Der Senegal ist von Kayes bis zu seiner Mündung ebenfalls schiffbar. Das Schienennetz hat eine Länge von 734 Kilometern. Eine Eisenbahnlinie verbindet Koulikoro, Bamako und Kayes mit der Hafenstadt Dakar im Senegal. Mali verfügt über ein Straßennetz von 15 100 Kilometern Länge, davon sind 12 Prozent befestigt. Ein internationaler Flughafen befindet sich in der Nähe von Bamako.

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