Tourismus Informationen Mexiko - Reiseführer mit den Tipps für Ihren Urlaub, Ihre Geschäftsreise
Zu den Städte-Reiseführern für Städte in Mexiko
Mexiko (amtlich Estados Unidos Mexicanos, Vereinigte Mexikanische Staaten), föderalistische Republik in Mittelamerika, die im Norden an die Vereinigten Staaten, im Osten an die Vereinigten Staaten, den Golf von Mexiko und das Karibische Meer, im Süden an Belize und Guatemala sowie im Westen an den Pazifik grenzt. Das föderalistische Hoheitsgebiet erstreckt sich über Mexiko selbst auch auf eine Reihe von Inseln vor der Küste. Das Land hat eine Fläche von 1 964 382 Quadratkilometern. Die Hauptstadt ist Mexiko-Stadt (Ciudad de México).
Der größte Teil Mexikos besteht aus einem riesigen Hochlandblock, der an den Seiten von Randgebirgen umsäumt ist, die im Osten und Westen steil zu schmalen Küstenebenen hin abfallen. Die beiden Bergketten, Westliche Sierra Madre (teilweise über 3 500 Meter hoch) und Östliche Sierra Madre (zum Teil über 4 000 Meter hoch), treffen sich im Südosten in dem La Junta genannten Gebiet. Dort bilden sie die Südliche Sierra Madre, ein erdbebengefährdetes Gebiet. Hier erheben sich außerdem viele Vulkane, darunter die höchsten Gipfel von Mexiko (siehe Sierra Madre). Höchster Berg des Landes ist der 5 610 Meter hohe Citlaltépetl. Zweithöchste Erhebung ist der 5 452 Meter hohe Popocatépetl, ein Vulkan, der im Dezember 2000 letztmals ausbrach. Die Südliche Sierra Madre führt zum Isthmus von Tehuantepec, der zwischen der Bucht von Campeche und dem Golf von Tehuantepec liegt.
Das hervorstechendste topographische Merkmal des Landes ist das innere Hochland (Meseta Central). Seine Höhe variiert zwischen 1 500 und 3 000 Meter. Es stellt eine Fortsetzung der Ebenen im Südwesten der Vereinigten Staaten dar und umfasst mehr als die Hälfte der Gesamtfläche Mexikos. Das Hochland fällt von Westen nach Osten und vom Süden her ab. Im Süden liegt die Höhe zwischen 1 830 und 2 440 Metern und im Norden bei ungefähr 1 070 bis 1 220 Metern über dem Meeresspiegel. Zwei große Täler bilden deutlich erkennbare Becken im Hochland: der Bolsón de Mapimí im Norden und das Tal von Mexiko oder Anáhuac im inneren Mexiko.
Im Allgemeinen liegen die Küstenebenen tief und sind flach und sandig. An der Pazifikküste sind sie aber an einigen Stellen von Gebirgsvorsprüngen durchbrochen. Niederkalifornien (Baja California), eine lange, schmale Halbinsel, die sich vom äußersten Nordwesten des Landes aus 1 225 Kilometer weit nach Süden erstreckt, wird von Bergen durchzogen, die die Fortsetzung des Küstengebirges im Bundesstaat Kalifornien in den USA sind. Die Halbinsel Yucatán bildet die Südspitze des Landes.
In Mexiko gibt es nur wenige große Flüsse. Die meisten davon sind nicht schiffbar. Der längste Fluss ist der Rio Grande (in Mexiko heißt er Río Bravo del Norte), der entlang der Grenze zu den Vereinigten Staaten verläuft und sich insgesamt über 3 000 Kilometer erstreckt, davon allein in Mexiko 1 800 Kilometer. Weitere wichtige Flüsse sind Balsas Pánuco, Grijalva und Usumacinta im Süden und Conchos im Norden. Im Landesinnern ist der Río Grande de Santiago bedeutend. Er entspringt als Río Lerma in Toluca, speist den Chapalasee und fließt als Río Grande de Santiago weiter. Der Chapalasee im Westen ist das größte Binnengewässer. Im Tal von Mexiko liegen mehrere Seen mit geringer Tiefe. Mexiko verfügt nur über wenige gute Häfen. Tampico, Veracruz Llave und Coatzacoalcos (Puerto México) sind die größten Häfen am Golf von Mexiko. Zu den Häfen am Pazifik gehören Acapulco de Juárez, Manzanillo, Mazatlán und Salina Cruz.
Der Wendekreis des Krebses teilt Mexiko in zwei Teile. Die südliche Landeshälfte gehört daher zur tropischen Zone, die nördliche zur subtropischen. Das Klima ist je nach Höhenlage unterschiedlich. Zur Tierra caliente (heißes Land) gehören die tief liegenden Küstenebenen, die von Meereshöhe bis auf etwa 800 Meter reichen. Das Klima ist extrem feucht mit maximalen tageszeitlichen Temperaturunterschieden von annähernd 50 °C. Die Jahresdurchschnittstemperatur liegt bei 25 °C. Die Tierra templada (gemäßigtes Land) reicht von etwa 800 bis 1 700 Meter Höhe mit Jahresdurchschnittstemperaturen von 16,7 bis 21,1 °C. Die Tierra fría (kaltes Land) umfasst Höhenlagen von etwa 1 800 Meter und reicht bis zur Vegetationsgrenze in etwa 4 700 Meter Höhe. Die Durchschnittstemperaturen liegen zwischen 15 und 17,2 °C. Die Durchschnittstemperatur in Mexiko-Stadt (in 2 300 Meter Höhe gelegen) beträgt im Januar 12,6 °C und im Juli 16,1 °C. In den gleichen Monaten liegt die Durchschnittstemperatur in Monterrey bei 14,4 bzw. 27,2 °C. Auf einigen Vulkangipfeln gibt es noch eine weitere Höhenstufe, die Tierra helada (Schneeregion). Sie beginnt erst in Lagen ab etwa 4 700 Meter Höhe und die Jahresdurchschnittstemperatur liegt unter 10 °C.
Auf der pazifischen Seite herrscht ein wechselfeuchtes Klima mit ausgeprägter Regenzeit. Sie dauert von Mai bis Oktober. Obwohl einige Gebiete im Süden Mexikos jährliche Niederschlagsmengen zwischen 990 und 3 000 Millimeter aufweisen, erhalten die meisten Teile des Landes keinen ausreichenden Niederschlag. Durchschnittlich fallen in der Tierra templada jährlich etwa 600 Millimeter Niederschlag, in der Tierra fría etwa 460 Millimeter und im Norden ungefähr 250 Millimeter. Die jährliche Niederschlagsmenge liegt in Mexiko-Stadt durchschnittlich bei 747 Millimetern und in Monterrey bei 588 Millimetern.
Die großen Küstengebiete und die zahlreichen Gebirgszüge in Mexiko beherbergen weltweit die größte Vielfalt an Ökosystemen und Lebensräumen. Die geographische Lage des Landes führte zu einer außergewöhnlichen Zusammensetzung der Flora und Fauna. Mexiko wird in Bezug auf seine Artenvielfalt nur von Indonesien, Brasilien und Kolumbien übertroffen. Die Pflanzenwelt ist auch wegen des breiten Temperaturbereichs in Mexiko äußerst vielseitig. Vorherrschende Vegetationsformen sind Steppen, Dornstrauch- und Sukkulentenvegetation, an feuchten Berghängen im Süden gedeiht tropischer Regenwald. Im Norden gibt es Kakteen, Palmlilien, Agaven und Mesquiten. Die Tierra caliente ist dicht bewachsen mit einer großen Vielfalt von Pflanzen. Zu den Bäumen dieser Zone gehören wertvolle Harthölzer, aber auch Kokospalmen, Gummibäume sowie Mandel-, Feigen- und Olivenbäume. An den Berghängen wachsen Eichen, Kiefern und Tannen. In den höchstgelegenen Klimazonen Mexikos findet sich arktische Vegetation. Die Entwaldungsrate ist hoch – 1,08 Prozent (1990–2000) des Waldes werden jährlich neuen Agrarflächen geopfert. Der tropische Regenwald, der einst 6 Prozent der Landesfläche bedeckte, wurde bereits um die Hälfte reduziert. Zu den am meisten gefährdeten Lebensräumen zählen u. a. die Mangrovensümpfe, die Feuchtgebiete an der Küste, der Trockenwald und die trockenen (ariden) Zonen.
Die Klimazonen unterscheiden sich auch in Bezug auf die Tierwelt. Im Norden findet man Wölfe und Kojoten. In den Wäldern an den Berghängen leben Ozelote, Jaguare, Pumas, Nasenbären, Pekaris und Affen. An den Küsten sind Robben anzutreffen. Das Land besitzt die artenreichste Reptilienfauna der Welt, die durch Schildkröten, Schlangen (u. a. Klapperschlangen) sowie Leguane und andere Echsen repräsentiert ist. Es gibt arten- und individuenreiche Bestände an Vögeln, darunter viele Seevögel. Fast ein Drittel der Landwirbeltiere Mexikos sind endemisch. 14 Prozent aller Fischarten der Welt leben in mexikanischen Gewässern, insbesondere die Küstengewässer sind sehr fischreich.
1992 gab es in Mexiko 68 Naturschutzgebiete, einschließlich der 46 Nationalparks, die ungefähr 20 Prozent der Landesfläche einnehmen. Aufgrund der Klassifizierung der einzelnen Gebiete, der vielfältigen Interpretierbarkeit der Gesetze und der damit einhergehenden mangelnden Durchsetzungskraft der Regierung können jedoch nur 3,4 Prozent (2000) der Landesfläche als echte Naturschutzgebiete bezeichnet werden. Viele Schutzgebiete sind von Entwaldung, Wilderern, Müll, Bergbau, Überweidung und Erosion bedroht. Im Rahmen des Biosphären-Programms der UNESCO wurden in Mexiko sechs international anerkannte Biosphärenreservate eingerichtet. Mexiko hat eine Reihe internationaler Umweltabkommen ratifiziert. Diese betreffen die Artenvielfalt, Klimaveränderungen, Desertifikation, den Meeresschutz, die Ozonschicht, Feuchtgebiete und den Walfang. Außerdem wurden ein Verbot der Abfallentsorgung im Meer und ein Verbot von Atomtests beschlossen. Zudem ist Mexiko dem Abkommen zum Schutz des Karibischen Meeres beigetreten.
Die mexikanische Bevölkerung setzt sich aus drei Hauptgruppen zusammen: dem Bevölkerungsanteil spanischer Herkunft, den Nachfahren der vorkolonialen Bevölkerung und der Gruppe mit sowohl spanischen als auch indianischen Vorfahren, den Mestizos. Die Mestizen sind mit einem Bevölkerungsanteil von circa 75 Prozent die bei weitem größte Gruppe. Der Anteil der indianischen Bevölkerung beträgt etwa 14 Prozent. Weiße machen ungefähr 10 Prozent aus. Ferner leben sehr kleine Gruppen von Asiaten und Schwarzen im Land.
Die Einwohnerzahl beträgt etwa 105 Millionen (2004). Die Bevölkerungsdichte liegt ungefähr bei 55 Einwohnern pro Quadratkilometer. Circa 75 Prozent der Mexikaner leben in Städten (2002). Die Bevölkerung ist sehr ungleichmäßig verteilt. Auf ungefähr 14 Prozent der Gesamtfläche leben etwa zwei Drittel der Bevölkerung.
Hauptstadt und kulturelles Zentrum des Landes ist Mexiko-Stadt mit 18,1 Millionen Einwohnern in der Agglomeration (2000). Weitere wichtige Städte sind u. a. Guadalajara (3,7 Millionen Einwohner), ein bedeutendes Tourismuszentrum, Puebla (1,3 Millionen), eine der ersten Städte des Landes, die von Europäern besiedelt wurden, und ein Produktionszentrum für Tonwaren, Ciudad Juárez (1,2 Millionen), ein Handels- und Produktionszentrum, Tijuana (1,2 Millionen Einwohner), ein Fremdenverkehrs- und Industriezentrum, und León (1,1 Millionen), ein landwirtschaftliches Zentrum.
Die Amtssprache ist Spanisch, das von der großen Mehrheit (circa 98 Prozent) der Bevölkerung gesprochen wird. Es gibt etwa 13 Indianersprachen mit vielen verschiedenen Dialekten. Die Hauptsprache ist Náhuatl oder Aztekisch. Weitere Sprachen sind Maya, das auf der Halbinsel Yucatán gesprochen wird, und Otomí, dessen Sprecher hauptsächlich im inneren Mexiko leben. Ungefähr 2 Prozent der Bevölkerung beherrschen nur ihre indianische Sprache. Es gibt von der Regierung geförderte Bildungsprogramme, um Spanisch innerhalb der indianischen Bevölkerung stärker zu verbreiten.
Mehr als 89 Prozent der Bevölkerung sind römisch-katholisch. Die Regierungen Mexikos verfolgten allerdings lange eine antiklerikale Politik. 1991 endete diese Zeit mit der Verabschiedung von Verfassungsänderungen, die religiösen Einrichtungen den Rechtsstatus verliehen und die Einrichtung konfessioneller Schulen zuließen. Es gibt eine kleine, aber wachsende protestantische Minderheit (über 4 Prozent). Ferner bekennen sich kleine Gruppen zum Bahaismus und zum Judentum. Außerdem gibt es traditionelle indigene Religionen.
In Mexiko gibt es viele katholische Feiertage. Alle Dörfer und Städte haben ihren Schutzpatron, zu dessen Ehren sie einmal im Jahr ein Fest veranstalten. Zu den wichtigsten kirchlichen Feiertagen gehören das Dreikönigsfest (El Día de los Tres Reyes, am 6. Januar), der Sankt-Antons-Tag (17. Januar), an dem die Kinder ihre Haustiere in der Kirche im Namen des heiligen Anton, dem Schutzpatron der Tiere, segnen lassen, und die Karnevalswoche, die vor der Fastenwoche stattfindet. Des Weiteren sind Ostern (Gründonnerstag bis Ostersonntag), Fronleichnam (im Mai oder Juni), das Johannisfest (El Día de San Juan am 24. Juni), Mariä Himmelfahrt (15. August), Allerheiligen (1. November) und Allerseelen (2. November) zu nennen. Zu den Nationalfeiertagen gehören Neujahr (1. Januar), der Geburtstag von Benito Juárez (21. März), der Tag der Arbeit (1. Mai), der Cinco de Mayo (5. Mai), der Tag der Unabhängigkeit (Fiesta Patrias, 16. September), der Kolumbustag (12. Oktober) und der Tag der Revolution (20. November), der an die soziale Revolution von 1910 erinnert. An dem als Cinco de Mayo bekannten Tag besiegten im Jahr 1862 die Mexikaner die französischen Truppen in der Schlacht von Puebla. Der Tag der Unabhängigkeit erinnert an die Unabhängigkeit Mexikos von Spanien.
Das öffentliche Gesundheitswesen wird überwiegend vom mexikanischen Ministerium für Gesundheit und Sozialwesen verwaltet. Seuchen wie die Cholera wurden ausgerottet. In den ländlichen Gegenden und in den schnell größer werdenden städtischen Elendsvierteln gibt es jedoch zu wenig medizinisches Personal, und die Bevölkerung wächst schneller, als moderne Wasserversorgungs- und Abwassersysteme aufgebaut werden können. Zudem verursachen die rasant wachsende Bevölkerung und der hohe Rohstoffbedarf beträchtliche Umweltschäden. Mexiko-Stadt, die bevölkerungsreichste Stadt der Welt, ist am stärksten von den Umweltproblemen betroffen. Die Emissionen der zahlreichen Industriebetriebe, Kraftfahrzeuge und Privathaushalte haben in Verbindung mit ungünstigen geographischen und meteorologischen Gegebenheiten zu einer starken Verunreinigung der Luft geführt. Die durchschnittliche Lebenserwartung in Mexiko beträgt bei Frauen 77,8 Jahre und bei Männern 72,2 Jahre (2004).
Die mexikanische Sozialversicherung überwacht die Wohlfahrtsprogramme, die durch Beiträge der Regierung, der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer finanziert werden. Zum Sozialversicherungswesen gehören u. a. die Krankenversicherung für Arme, Sozialwohnungen, Unfall-, Kranken-, Mutterschafts- und Rentenversicherung.
Die mexikanische Kultur ist eine vielfältige Mischung aus indianischen, spanischen und US-amerikanischen Traditionen. In den ländlichen Gegenden wohnen Nachkommen der hoch entwickelten Kulturen der Maya, Azteken und Tolteken sowie Bauern und Arbeiter, die von Spaniern oder Mestizen abstammen. Das Erbe dieser Gruppen hat die regionale Kultur bereichert. In den Städten zeigt sich sowohl der europäische, vor allem spanische und französische, als auch der nordamerikanische Einfluss. Die meisten zeitgenössischen mexikanischen Künstler sind bestrebt, erkennbar mexikanische Werke zu schaffen, die die Stilrichtungen Spaniens, der indianischen Kultur und des modernen Europa in sich vereinen.
Der Besuch der Grundschulen ist kostenlos, und es besteht eine Schulpflicht von 10 Jahren. Konfessionelle Schulen sind seit 1991 erlaubt. Weiterführende Schulen betonen die berufsbezogene und technische Ausbildung. Der Analphabetismus unter Erwachsenen war ein Problem, doch erreichte man durch erfolgreiche Maßnahmen der Regierung, dass der Alphabetisierungsgrad bei über 15-Jährigen auf 92,5 Prozent anstieg (2004).
Mexiko hat fast 9 000 Einrichtungen der höheren Bildung, an denen rund 3,5 Millionen Studenten eingeschrieben sind. Zu den bedeutenden Universitäten gehören die Unabhängige Mexikanische Nationaluniversität (1551) und das Nationale Polytechnische Institut (1936) mit Sitz in Mexiko-Stadt, die Universität von Guadalajara (1792), die Unabhängige Universität von Puebla (1937), die Veracruz-Universität (1944) in Jalapa und das Institut für Technische und fortgeschrittene Studien von Monterrey (1943).
Die meisten Bibliotheken Mexikos findet man an den Universitäten. Die Nationalbibliothek, die eine Sammlung seltener Dokumente besitzt, ist an die Unabhängige Mexikanische Nationaluniversität in Mexiko-Stadt angeschlossen. Mexiko besitzt darüber hinaus zahlreiche staatliche Bibliotheken, die zu den verschiedenen Ministerien gehören.
Im ganzen Land findet man viele Museen. Das Historische Nationalmuseum, das der Geschichte seit der spanischen Eroberung gewidmet ist, befindet sich im Schloss Chapultepec in Mexiko-Stadt. Archäologische Fundstücke der Maya, Azteken und anderer Kulturen werden im Nationalmuseum für Anthropologie aufbewahrt, das sich ebenfalls in Mexiko-Stadt befindet. Eine weitere berühmte archäologische Sammlung gibt es in Mérida in Yucatán. All diese Museen sind dem Nationalen Institut für Anthropologie und Geschichte angeschlossen.
Schon lange vor der Ankunft der spanischen Conquistadores gab es in Mexiko eine reiche Tradition der Malerei und Bildhauerei. Während der Kolonialzeit schufen Künstler bemerkenswerte Werke, die diese Tradition mit den eingeführten spanischen Techniken verbanden. Die letzten Jahre der Kolonialzeit sind jedoch von rein akademischen Erzeugnissen gekennzeichnet. Einer der bedeutendsten Künstler dieses Jahrhunderts ist José Guadalupe Posada, der Plakate, Lithographien und Holzschnitte mit zeitgenössischen Darstellungen schuf. Seine Schüler Diego Rivera, David Alfaro Siqueiros und José Clemente Orozco belebten die Freskenmalerei wieder. Frida Kahlo verbindet phantastische, autobiographische und Elemente der mexikanischen Volkskunst. Siehe auch lateinamerikanische Kunst und Architektur.
In den kunsthandwerklichen Bereichen Weberei, Töpferei und Silberschmiedekunst stellen mexikanische Vertreter eine große Bandbreite von Produkten her, die bei Sammlern aus aller Welt beliebt sind. Diese Kunsthandwerker sind auch berühmt für ihre Holz-, Glas- und Lederarbeiten.
In ganz Mexiko findet man die spanische Kolonialarchitektur, die sich aus gotischen, plateresken (ein spanischer Baustil des 16. Jahrhunderts, der an die Silberschmiedekunst erinnert), klassischen und barocken Stilzügen zusammensetzt, die manchmal mit Motiven der indianischen Volkskultur verziert sind. Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts wurde zuerst während der kurzen Herrschaft des Habsburger Kaisers Maximilian und später unter Präsident Porfirio Díaz die französische Stilrichtung des Klassizismus und Historismus in der Hauptstadt eingeführt. Díaz gab auch den Auftrag für den prunkvollen Palast der Schönen Künste, der in den dreißiger Jahren fertig gestellt wurde. Seit 1945 findet in Mexiko eine Renaissance der Architektur statt, die weltweit Aufmerksamkeit erregt hat. Die neuen, für die Unabhängige Mexikanische Nationaluniversität errichteten Gebäude, die von einer Gruppe von Künstlern und Architekten unter der Leitung von Carlos Lazo entworfen wurden, zeigen einige hervorragende, als Fresken oder Mosaiken ausgeführte Wandbilder. Darunter befinden sich Arbeiten des Architekten und Malers Juan O’Gorman. Ein anderer mexikanischer Architekt, Felix Candela, schuf für mehrere Kirchen und den Sportpalast für die Olympischen Spiele von 1968 innovative Betonschalenentwürfe.
Die spanischsprachige mexikanische Literatur reicht bis ins 16. Jahrhundert zurück. In vielen Werken finden sich Themen aus der Erzähltradition der indianischen Kulturen. Zu den bedeutenden mexikanischen Schriftstellern des 20. Jahrhunderts gehören die Romanciers Mariano Azuela, Martín Luis Guzmán, Andrés Henestrosa, Agustín Yáñez, Juan Rulfo und Carlos Fuentes, die Dramatiker Víctor Barroso und Rodolfo Usigli sowie die Lyriker und Essayisten Alfonso Reyes und Octavio Paz, der 1990 den Nobelpreis für Literatur erhielt. Siehe auch lateinamerikanische Literatur
Der mexikanische Film wurde u. a. durch Luis Buñuel, der einige sozialkritische Filme in Mexiko realisierte, beeinflusst. Mexikanische Filmschauspieler wie Cantinflas (Mario Moreno), Pedro Armendariz und Dolores Del Rio erfreuten sich ebenso wie die Regisseure Emilio Fernández und Gabriel Figueroa großer Beliebtheit. In den Städten Mexikos sind sowohl Theater- als auch Musikaufführungen, vor allem Opern, beliebt. Das Ballett Folklórico, eine Truppe, die auf mexikanische Volkstänze spezialisiert ist, hat ihren Sitz in Mexiko-Stadt, tritt aber international auf.
Die für die verschiedenen Regionen typischen Volkslieder und -tänze werden von unterschiedlichen Ensembles begleitet, in denen die Gitarre das bestimmende Instrument ist. Die allgegenwärtigen, beliebten Mariachi oder fahrenden Musikgruppen weisen meist folgende Instrumentierung auf: zwei Geigen, zwei fünfsaitige Gitarren und eine Guittarón oder große Bassgitarre sowie meist zwei Trompeten. In Veracruz besteht eine Musikgruppe im Allgemeinen aus einer Harfe und zwei kleinen Gitarren. Marimbaensembles findet man im Süden des Landes. Der Corrido, ein erzählendes Volkslied in gereimten Vierzeilern, das von der spanischen Romanza abstammt, ist wohl Mexikos bedeutendster Beitrag sowohl zur Volksmusik als auch zur volkstümlichen amerikanischen Dichtung. Einige Tänze aus der Zeit vor der Ankunft der Spanier haben mit spanisch beeinflusster Musik überlebt. Zu diesen Tänzen gehören die der Concheros und der Voladores.
Auf dem Gebiet der klassischen Musik haben mexikanische Musiker, angeführt von dem Komponisten und Dirigenten Carlos Chávez, große Anerkennung bei den Kritikern gefunden. Das Mexikanische Symphonieorchester wurde 1928 von Chávez und das Ballett Folklórico 1952 von der Choreographin Amalia Hernández gegründet.
Mexiko verfügt über eine sehr breite Presselandschaft. Bereits 1919 wurde die erste Radiostation in Monterrey gegründet. Ab 1946 wurden erste Fernsehsendungen ausgestrahlt. Einen Aufschwung erhielt die Telekommunikation durch die Olympischen Spiele 1968, als die Satellitenübertragung gefördert wurde.
Gemäß der Verfassung von 1917 ist Mexiko eine präsidiale Bundesrepublik.
Die Exekutive liegt beim Präsidenten, der für die Dauer von sechs Jahren direkt vom Volk gewählt wird. Eine Wiederwahl ist nicht möglich. Der Präsident ernennt das Kabinett, das vom Kongress bestätigt wird.
Die gesetzgebende Gewalt in Mexiko liegt beim aus zwei Kammern bestehenden Parlament (Congreso de la Unión). Das Oberhaus ist der Senat, dessen 128 Mitglieder direkt für eine Amtszeit von sechs Jahren gewählt werden. Das Unterhaus ist das Abgeordnetenhaus, das aus 500 für drei Jahre gewählten Mitgliedern besteht. 300 Abgeordnete werden auf der Basis der Bevölkerungszahl in Einzelwahlkreisen, die restlichen Abgeordneten nach einem Verhältniswahlsystem gewählt. Zwei direkt aufeinander folgende Amtszeiten sind weder für Senatoren noch für Abgeordnete zulässig. Wahlberechtigt sind alle Staatsbürger ab 18 Jahren, Verheiratete bereits ab 16 Jahren.
Die mexikanische Rechtsordnung orientiert sich an spanischen und französischen Vorbildern. Das höchste Gericht ist das Oberste Bundesgericht. Es besteht aus 21 Mitgliedern, die vom Staatspräsidenten mit Zustimmung des Senats ernannt werden. Andere wichtige Rechtsorgane in Mexiko sind u. a. Bezirksgerichte und Distriktsgerichte.
Mexiko gliedert sich verwaltungsmäßig in 31 Bundesstaaten und den Bundesdistrikt (Distrito Federal), den Sitz der Bundesverwaltung.
An der Spitze jedes Bundesstaates steht ein Gouverneur, der vom Volk für sechs Jahre gewählt wird. Der Gouverneur des Bundesdistrikts wird vom mexikanischen Präsidenten ernannt. Die gesetzgebende Gewalt liegt in den Bundesstaaten bei den Abgeordnetenhäusern, deren Mitglieder für drei Jahre gewählt werden.
Wichtigste Parteien sind der konservative Partido de Acción Nacional (PAN, Partei der Nationalen Aktion, gegründet 1939) und der sozialdemokratische Partido Revolucionario Institucional (PRI, Partei der Institutionalisierten Revolution). Der PRI wurde 1928 als Partido Nacional Revolucionario (Nationale Revolutionspartei) gegründet und war seit 1929 bis zum Juli 2000 ununterbrochen an der Macht. Drittstärkste politische Kraft ist der linksgerichtete Partido de la Revolución Democrática (PRD, Partei der Demokratischen Revolution, gegründet 1989).
Mexiko hat eine Freiwilligenarmee, die 2002 etwa 192 770 Mann stark war (davon sind 37 000 Soldaten bei der Marine und 11 770 bei der Luftwaffe). Seit 2000 sind auch Frauen zugelassen.
Am Beispiel von Mexiko zeigt sich der Übergang von einer rohstofforientierten Wirtschaft, die auf Bergbau und Landwirtschaft aufbaut, zu einem halbindustrialisierten Land. Die Leistungen der Wirtschaft sind das Ergebnis von Privatwirtschaft und einer Regierungspolitik, die das wirtschaftliche Wachstum zu einem vorherrschenden Ziel gemacht hat. Per Gesetz wurde festgelegt, dass Bergbau, Fischfang, Transportwesen und Forstwirtschaft in der Hand mexikanischer Unternehmen sein mussten. In jüngerer Zeit wurden jedoch ausländische Investitionen in neue Unternehmen aktiv gefördert. Die Kontrolle der Regierung wurde in einzelnen Wirtschaftsbereichen gelockert.
Niedrige Ölpreise, steigende Inflation, Auslandsschulden von mehr als 100 Milliarden US-Dollar und ein steigendes Haushaltsdefizit verschärften Mitte der achtziger Jahre die wirtschaftlichen Probleme des Landes. In den neunziger Jahren verbesserte sich die wirtschaftliche Lage jedoch vorübergehend. Das Bruttoinlandsprodukt beträgt 637 203 Millionen US-Dollar (2002). Der Dienstleistungssektor gewann insbesondere durch die Zunahme des Fremdenverkehrs an Bedeutung. Ungefähr 53 Prozent der Erwerbstätigen arbeiten in diesem Sektor.
Etwa die Hälfte des Landes unterliegt landwirtschaftlicher Nutzung. Ungefähr 18 Prozent der Erwerbstätigen sind in der Landwirtschaft beschäftigt (2001), und eine beträchtliche Zahl der Landarbeiter ist auf Ejidos, genossenschaftlichen Bauernhöfen, angestellt, die bereits nach der Landreform von 1917 entstanden sind. Die Unzufriedenheit mit der Verteilung des Landes war der Hauptgrund für den Aufstand der nationalen Befreiungsarmee der Zapatisten im Jahr 1994. Ausbleibende Regenfälle erschwerten häufig die landwirtschaftliche Produktion. Durch Bewässerungsprojekte wurde jedoch die agrarische Nutzfläche vermehrt, und Bodenpflegemaßnahmen haben die Erträge erhöht. Die Ausweitung der Agrarflächen und die Anbaumethoden werden allerdings nicht ausreichend kontrolliert. Bodenerosion, Versalzung sowie Verunreinigung der Wasserwege und des Grundwassers mit Düngemitteln und Pestiziden stellen große Probleme dar.
Das Land erzeugt nicht nur den größten Teil der Grundnahrungsmittel selbst, sondern exportiert auch landwirtschaftliche Erzeugnisse. Die wichtigsten landwirtschaftlichen Produkte sind Mais, Weizen, Gerste, Reis, Bohnen, Tomaten, Kartoffeln, Obst, Kaffee, Baumwolle und Zuckerrohr. Mexiko ist ein bedeutendes Erzeugerland für Bienenhonig. Der Viehbestand umfasst vor allem Rinder, Schweine, Ziegen, Schafe, Pferde, Maultiere und Esel sowie Hühner.
In den Wäldern und Forstgebieten, die etwa 28,9 Prozent der Landfläche einnehmen (2000), wachsen wertvolle Hölzer wie Mahagoni, Ebenhölzer, Nussbäume und Rosenhölzer. Wegen des früheren Raubbaues am Baumbestand wird das Fällen von Bäumen heute von der Regierung streng kontrolliert. Mexiko stellt eine beträchtliche Menge an forstwirtschaftlichen Produkten her, darunter Chiclegummi, Harze und Terpentin.
Die wichtigsten Fischgründe liegen vor der Küste von Baja California. Die Fischfangindustrie befindet sich überwiegend in der Hand von Genossenschaften, die das Monopol auf bestimmte Fischarten erhalten haben. Wirtschaftlich wichtige Fische bzw. Meerestiere sind Thunfische, Schnapper, Buntbarsche, Sardinen, Sardellen, Krabben und Austern.
Mexiko ist reich an Bodenschätzen. Fast alle bekannten Bodenschätze kommen hier vor, darunter Kohle, Eisenerz, Phosphate, Uran, Silber, Gold, Kupfer, Blei, Strontium, Mangan, Bismut und Zink. Die nachgewiesenen Erdöl- und Erdgasreserven sind riesig. In der Bucht von Campeche liegen einige der größten Lagerstätten der Welt. Weitere Erdölvorkommen gibt es in den Staaten Veracruz, Tabasco und Chiapas. Auch Silber ist für den Export Mexikos von großer Bedeutung.
Mexiko besitzt eine der am weitesten entwickelten Industrien in Lateinamerika. Circa 23 Prozent der Erwerbstätigen sind in der Industrie beschäftigt. Viele neue Fabriken werden im Norden Mexikos als Maquiladoras gebaut (arbeitsintensive Fertigungsbetriebe, die importierte Teile zu Fertigprodukten für den Export zusammenbauen). In jüngerer Zeit haben jedoch US-Firmen stark in gut ausgerüstete moderne Produktionsstätten investiert, in denen Kraftfahrzeuge und andere Verbrauchsgüter für den US-Markt erzeugt werden. Zu den wichtigsten Industrieanlagen Mexikos gehören auch Fabriken zur Herstellung von Maschinen und Elektronikausrüstung, Ölraffinerien, Gießereien, Anlagen zum Verpacken von Fleisch, Papierfabriken, Baumwollspinnereien, Fabriken zur Tabakverarbeitung und Zuckerraffinerien. Weitere Industrieprodukte sind u. a. Bekleidung, Eisen und Stahl, chemische Erzeugnisse, Getränke, Düngemittel, Zement, Glas, Keramik- und Lederwaren.
Mexikos Währungseinheit ist der Nuevo Peso (Neuer Peso = 100 Centavos). Zentralbank und Notenbank ist die Bank von Mexiko (gegründet 1925), die nach dem Muster des Zentralbanksystems der USA aufgebaut ist. Das System der mexikanischen Geschäftsbanken, das 1982 verstaatlicht worden war, wurde Anfang der neunziger Jahre wieder privatisiert. Von Ende 1994 bis Anfang 1995 gab es in Mexiko eine Devisenkrise. Ursache war die hohe Inflationsrate in Verbindung mit einem Defizit von etwa 30 Milliarden US-Dollar in der Leistungsbilanz. US-Präsident Clinton leitete die internationalen Hilfsmaßnahmen, an denen sich die anderen Industrieländer und verschiedene internationale Organisationen, darunter der Internationale Währungsfonds und die Weltbank, beteiligten. Ein Unterstützungsprogramm aus Anleihen und Krediten im Wert von annähernd 50 Milliarden US-Dollar wurde entwickelt. Gleichzeitig kündigte der neu gewählte Präsident Zedillo ein Sparprogramm sowie den Verkauf wichtiger öffentlicher Anlagen an, darunter Eisenbahnen, petrochemische Anlagen, Elektrizitätswerke und Flughäfen.
Zu den wichtigsten Ausfuhrgütern gehören Rohöl, Erdgas, Baumwolle, Zucker, Tomaten, Kaffee, Garnelen, Rinder, Zink, Textilien, Bekleidung, chemische Produkte, Transportmittel und Maschinen. Importiert werden vor allem Maschinen, Telekommunikationsgeräte, chemische Produkte, Erdöl und Erdölprodukte, landwirtschaftliche Güter sowie Eisen und Stahl. Die Vereinigten Staaten sind der wichtigste Handelspartner Mexikos. Durch das – allerdings umstrittene – In-Kraft-Treten der Nordamerikanischen Freihandelszone NAFTA (1994) wurde diese Bedeutung noch unterstrichen. Weitere wichtige Handelspartner sind Japan, Deutschland, Brasilien, Kanada, Frankreich, Spanien und Großbritannien. Fremdenverkehr, Grenzhandel, ausländische Investitionen und Geldüberweisungen der mexikanischen Arbeiter aus den USA sind bedeutende Devisenquellen.
Von den 42,3 Millionen Erwerbstätigen (2002) sind etwa 35 Prozent in Gewerkschaften organisiert. Die größte Gewerkschaft des Landes ist die Confederación de Trabajadores de México (Mexikanischer Arbeiterbund) mit rund 5,5 Millionen Mitgliedern.
Das Schienennetz der staatlichen mexikanischen Eisenbahn ist 17 697 Kilometer lang, das Straßensystem 329 532 Kilometer (1999). Ungefähr 33 Prozent aller Straßen sind geteert. Einige Straßen ziehen sich durch das ganze Land, darunter vier Hauptverbindungsstrecken zwischen der Grenze zu den Vereinigten Staaten und Mexiko-Stadt, die zum System des Pan-American Highway gehören. Die Flugverbindungen wurden sehr stark ausgebaut. Heute hat das Land über 1 700 Flughäfen und Landeplätze. Die größten mexikanischen Fluglinien sind Aeroméxico und Compañía Mexicana de Aviación. Die Handelsflotte des Landes umfasst rund 660 Schiffe mit einem Gesamtzuladungsgewicht von zwei Millionen Tonnen.
78,70 Prozent des elektrischen Stromes werden in Wärmekraftwerken erzeugt, 14,21 Prozent in Wasserkraftwerken, 4,18 Prozent in Kernkraftwerken und 2,92 Prozent werden aus Erdwärme gewonnen (2001).
Hier finden Sie Informationen zu folgenden Destinationen in Mexiko
Weitere Reiseführer


