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Moçambique, auch Mosambik, Republik in Südostafrika; das Staatsgebiet grenzt im Norden an Tansania, im Osten an den Indischen Ozean (Straße von Moçambique), im Süden und Südwesten an Südafrika und Swasiland und im Westen an Simbabwe, Sambia und Malawi. Moçambique hat eine Gesamtfläche von 799 380 Quadratkilometern. Maputo ist Hauptstadt und zugleich die größte Stadt des Landes.

Das Land hat eine 2 470 Kilometer lange Küste an der Straße von Moçambique. Hier befinden sich mehrere natürliche Häfen.

Zwei Fünftel der Landesfläche von Moçambique bestehen aus Küstentiefland. Dem flachen Küstenhinterland folgen niedrige Plateaulandschaften (200 bis 500 Meter) und höhere Plateaus (300 bis 1 000 Meter). Die Westgrenze wird von einem Bergland gebildet; der Mont Binga stellt mit einer Höhe von 2 436 Metern die höchste Erhebung dar. Im Nordwesten befindet sich das Angonia-Plateau, das den westlichen Teil des Ostafrikanischen Grabenbruches (Rift Valley) bildet; der Grabenbruch verläuft entlang des Malawisee und dem Fluss Shire. Die Böden sind bis auf die Flusstäler und Teile des Angonia-Plateaus unfruchtbar.

Die zahlreichen Flüsse des Landes fließen aus den Hochländern nach Osten in die Straße von Moçambique. Der größte Fluss ist der Sambesi, der in seinem Oberlauf durch den Cabora-Bassa-Damm aufgestaut wird. Weitere große Flüsse sind der Rovuma, der Grenzfluss zu Tansania, sowie Save und Limpopo. Der Malawisee bildet einen Teil der Grenze mit Malawi; sein Abfluss ist der Shire, der in den Sambesi mündet.

Moçambique liegt im Bereich der wechselfeuchten Tropen (Savannenklima). Die Trockenzeit dauert von April bis Oktober. Die Julitemperaturen liegen im Schnitt bei 21,1 °C im nördlichen Pemba und bei 18,3 °C in Maputo im Süden. Die mittleren Januartemperaturen erreichen etwa 26,7 °C an der Küste und liegen in den Hochlandgebieten darunter. Die jährliche Niederschlagsmenge nimmt von Norden (1 422 Millimeter) nach Süden (762 Millimeter) ab.

Nur 39 Prozent der Landesfläche von Moçambique sind bewaldet. In den Flusstälern wachsen dichte Regenwälder; in den trockeneren und höher gelegenen Regionen herrscht offenes Grasland mit Baumbeständen vor. Zu der artenreichen Tierwelt gehören u. a. Zebras, Büffel, Nashörner, Giraffen, Löwen und Elefanten.

Zu den zehn größten ethnischen Gruppen des Landes gehören die Makua-Lomwe, Tsonga, Yao, Shona und Nguni; die meisten sprechen Bantusprachen.

Moçambique hat etwa 18,8 Millionen Einwohner (2004). Mit 47 Prozent stellen die im Norden des Landes lebenden Makua-Lomwe die zahlenmäßig größte Gruppe dar; im Süden leben überwiegend Tsongas (23 Prozent).

Die Bevölkerungsdichte liegt bei 24 Einwohnern pro Quadratkilometer. Der Großteil der Bevölkerung lebt in den Küstengebieten, im Flusstal des Sambesi und im Angonia-Hochland. Der Verstädterungsgrad liegt bei 35 Prozent. Die Agglomeration von Maputo, früher Lourenço Marques, hat circa 1,09 Millionen Einwohner. Weitere große Städte sind Beira (413 000), ein Verkehrsknotenpunkt mit bedeutendem Seehafen, und Nampula (315 000), ein Handelszentrum für Agrarprodukte.

Die Amtssprache ist Portugiesisch. Die meisten Moçambiquaner sprechen sowohl Portugiesisch als auch eine afrikanische Sprache. In den Küstenregionen dient auch Swahili als Verkehrssprache. Rund die Hälfte der Bevölkerung sind Angehörige traditioneller Religionen; etwa 31 Prozent sind römisch-katholisch und ungefähr 13 Prozent, vorwiegend die Stämme im Norden, bekennen sich zum Islam.

Die Regierung Moçambiques unternahm eine Alphabetisierungskampagne, dennoch liegt der Alphabetisierungsgrad erst bei 49,1 Prozent.

In Moçambique besteht eine allgemeine Schulpflicht von 7 Jahren. Der Einrichtung von Grundschulen und weiterführenden Schulen steht der Mangel an ausgebildeten Lehrern entgegen. Die Universität Eduardo Mondlane in Maputo wurde 1962 gegründet.

Das staatliche Kulturinstitut fördert einheimische Musik, Literatur, Kunst und Kunsthandwerk in lokalen Kulturzentren. Die Staatsbibliothek sowie wichtige Museen befinden sich in Maputo.

Die von der Regierung kontrollierte Rundfunkgesellschaft Radio Moçambique betreibt mehrere Rundfunksender. Die Programme werden in Portugiesisch, Englisch und mehreren afrikanischen Sprachen gesendet. Die in Maputo verlegte Noticias ist die führende Tageszeitung Moçambiques.

Unter der später abgeänderten Verfassung von 1975 war Moçambique eine demokratische Volksrepublik unter Führung der Front für die Befreiung Moçambiques (Frente de Libertação de Moçambique, FRELIMO), der einzigen zugelassenen Partei. Die 1962 gegründete Partei begann 1964 den Kampf um die Unabhängigkeit Moçambiques und verfolgte seit 1977 marxistisch-leninistische Richtlinien. Die Exekutive oblag dem Präsidenten der FRELIMO; diese Partei beherrschte die aus einem Einkammerparlament bestehende Volksversammlung. Mit der im November 1990 in Kraft getretenen neuen Verfassung wurde ein Mehrparteiensystem eingeführt. 1992 wurde Moçambiques erste Oppositionspartei, die Nationale Widerstandsbewegung Moçambiques (Renamo), zugelassen.

Staatsoberhaupt ist der Präsident, der für eine Amtszeit von fünf Jahren direkt gewählt wird. Die 250 Abgeordneten des Parlaments (Assembleia da República) werden für vier Jahre gewählt. Der Staat gliedert sich verwaltungsmäßig in zehn Provinzen und die Hauptstadt.

Der Oberste Volksgerichtshof und nachgeordnete Gerichte nehmen die Rechtsprechung wahr. Die Armee Moçambiques besteht aus 8 200 Soldaten; der Marine gehören 200 und der Luftwaffe 1 000 Soldaten an (2002).

Moçambiques Wirtschaft basiert vorwiegend auf der Landwirtschaft. Am Anfang der neunziger Jahre musste sich die Wirtschaft noch vom Unabhängigkeitskampf und von der Abwanderung portugiesischer Fachkräfte erholen; diese Phase wurde durch mehrere Dürreperioden und durch einen langwierigen Bürgerkrieg erschwert. Die meisten, in ausländischem Besitz befindlichen Plantagen und Industriebetriebe wurden verstaatlicht, die Wirtschaftspolitik zentral gesteuert. 1990 führte die Regierung die freie Marktwirtschaft ein. Moçambique ist eines der ärmsten Länder der Erde. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) beträgt 3 599 Millionen US-Dollar (1997; Dienstleistungen 42,5 Prozent, Industrie 34 Prozent, Landwirtschaft 23,5 Prozent); daraus ergibt sich ein BIP pro Einwohner von 200 US-Dollar.

83 Prozent der Erwerbstätigen sind in der Landwirtschaft beschäftigt, wobei nur 5,4 Prozent der Landesfläche agrarisch genutzt werden. Die wichtigsten landwirtschaftlichen Erzeugnisse, die zum Teil aus Plantagen stammen, sind Cashewnüsse, Zuckerrohr, Baumwolle, Kopra und Tee. Grundnahrungsmittel sind Maniok, Mais, Weizen, Erdnüsse, Kartoffeln und Bohnen.

Der Großteil des jährlichen Holzeinschlags wird als Brennstoff verwendet. Die Küstenfischerei hat sich zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor entwickelt.

Moçambique verfügt über bedeutende Rohstoffreserven. Neben großen Kohle-, Eisen-, Salz-, Beryll- und Tantalitlagerstätten gibt es kleinere Vorkommen an Diamanten, Bauxit, Kupfer, Gold, Mangan, Titan und Erdgas.

Die Industrie beschränkt sich vor allem auf die Verarbeitung der landwirtschaftlichen Erzeugnisse. Seit 1983 wird die Klein- und Leichtindustrie gefördert, um auch für den eigenen Markt Konsumgüter zu produzieren. Der Anteil der Erwerbstätigen in der Industrie liegt bei 8 Prozent, im Dienstleistungssektor sind 9 Prozent beschäftigt. Der Bürgerkrieg und der Devisenmangel lähmten Moçambiques Industrie.

Die Handelsbilanz des südostafrikanischen Staates ist stark negativ (2000–2002: -34 Prozent). Exportiert werden vor allem Cashewnüsse, Tee, Baumwolle, Zucker und Garnelen. Maschinen, elektrische Geräte, Fahrzeuge, Eisen und Stahl werden importiert. Haupthandelspartner sind die USA, die GUS-Republiken, Südafrika, Italien, Deutschland und Japan.

Währungseinheit ist der Metical (= 100 Centavos). Die Zentralbank des Landes ist die Bank von Moçambique (1975).

Das Eisenbahnnetz des Landes hat eine Länge von 3 512 Kilometern. Ausgangspunkte der fünf Eisenbahnlinien sind die Hafenstädte Maputo, Beira, Nacala, Inhambane und Quelimane. Die Eisenbahnlinie Richtung Maputo dient dem Güteraustausch mit dem südafrikanischen Gebiet Witwatersrand und die Linie Richtung Beira dem Transitverkehr der vom Meer abgeschnittenen Nachbarländer. Vom gesamten Straßennetz, das eine Länge von 30 400 Kilometern aufweist (1999), sind nur 19 Prozent befestigt. Internationale Flughäfen befinden sich in Maputo, Beira und Nampula.

Den überwiegenden Teil seines Strombedarfs deckt Moçmbique durch Wasserkraft. Das Cabora-Bassa-Kraftwerk am Sambesi ist das größte Wasserkraftwerk Afrikas und zählt mit über 2 400 Megawatt Gesamtleistung zu den Stärksten der Welt – in Planung befindet sich der Ausbau der Leistung auf über 4 000 Megawatt. Der restliche Strombedarf wird mit thermischen Methoden gewonnen (2,9 Prozent).

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