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Simbabwe (Republic of Zimbabwe), Binnenstaat im südlichen Afrika. Die Republik grenzt im Norden an Sambia, im Nordosten an Moçambique, im Süden an Südafrika und im Westen an Botswana. Die einstige britische Kolonie Rhodesien erklärte 1965 einseitig ihre Unabhängigkeit und wurde 1970 Republik. 1979 wurde das Land in Simbabwe-Rhodesien umbenannt, 1980 wurde es als Simbabwe formell unabhängig. Die Fläche des Landes umfasst insgesamt 390 759 Quadratkilometer. Hauptstadt von Simbabwe ist Harare (früher Salisbury).

Simbabwe liegt auf einem Hochland mit relativ gemäßigtem Klima. Das Land ist agrarisch geprägt und verfügt über reiche Vorkommen an Bodenschätzen.

Simbabwe umfasst einen Teil des großen Hochplateaus im südlichen Afrika. Wichtigstes physiogeographisches Merkmal ist das Hochveld, ein breiter Höhenzug, der sich von Südwesten nach Nordosten erstreckt. Seine durchschnittliche Höhe beträgt 1 525 Meter. Auf beiden Seiten des Höhenzuges fällt das Land ab, nach Norden zum Tal des Sambesi und nach Süden zum Tal des Limpopo. Diese Gebiete haben eine durchschnittliche Höhe von etwa 1 065 Metern und werden Middleveld genannt. Entlang der Ostgrenze erstreckt sich ein Gebirgszug mit einer maximalen Höhe von 2 592 Metern.

Die größten Flüsse Simbabwes sind der Limpopo entlang der Grenze zu Südafrika und Botswana und der Sambesi entlang der Grenze zu Sambia. Am Länderdreieck von Sambia, Botswana und Simbabwe befinden sich die Victoriafälle; dort stürzt der Sambesi 110 Meter in die Tiefe. Weiter flussabwärts staut der Karibadamm das Wasser des Sambesi zu dem 282 Kilometer langen Karibasee auf.

Simbabwe weist ein wechselfeuchtes, wegen seiner Höhenlage relativ mildes Klima auf. Die Durchschnittstemperatur beträgt im Juli (Winter) 15,6 °C und im Januar (Sommer) 21,1 °C. Die jährliche Niederschlagsmenge liegt im Hochveld durchschnittlich bei 890 Millimetern und in den meisten Teilen des Middleveld unter 610 Millimetern. Die Regenzeit dauert von November bis März.

Das Land besteht hauptsächlich aus Savannen mit lichtem Trockenwald. Während in den feuchteren Gegenden im Sommer saftiges Gras wächst, drohen den trockenen Gebieten zunehmende Desertifikation und Erosion. Im östlichen Gebirgszug wächst immergrüner Bergwald; am Rand der Victoriafälle gedeiht – aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit – Tropenwald.

Zur Fauna der großen Säugetiere gehören Löwen, Hyänen, Elefanten, Flusspferde, Antilopen, Impalas, Giraffen und Paviane, in den Gewässern leben Krokodile.

In Simbabwe überwiegen zwei ethnische Gruppen; die im Norden lebenden Shona nehmen einen Anteil von mehr als 70 Prozent, die vorwiegend im Süden lebenden Ndebele (Matabele) einen Anteil von circa 17 Prozent ein. Minderheiten von Mischlingen, Europäern und Asiaten leben über das ganze Land verteilt.

Die Einwohnerzahl Simbabwes beträgt etwa 12,7 Millionen (2004), was einer Bevölkerungsdichte von 33 Einwohnern pro Quadratkilometer entspricht. 63 Prozent der Bürger Simbabwes leben auf dem Land (2002).

Hauptstadt Simbabwes ist Harare mit etwa 1,75 Millionen Einwohnern (2000). Weitere bedeutende Städte sind der Industriestandort Chitungwiza (275 000), Bulawayo (621 000), ein Industriezentrum und Eisenbahnknotenpunkt, und Gweru (128 000), eine Bergbaustadt. Mutare (131 000) ist ein bedeutendes Zentrum der Holz- und Landwirtschaft und Kwekwe (75 400) ein Industrie- und Bergbauzentrum.

Die Amtssprache ist Englisch. Die wichtigsten afrikanischen Sprachen sind Shona und Ndebele, die zur Bantugruppe gehören und als Schriftsprachen auch in den Schulen unterrichtet werden. Etwa 50 Prozent der Einwohner sind Synkretisten; Christen und Anhänger indigener Religionen stellen jeweils ein Viertel der Bevölkerung. Daneben gibt es u. a. hinduistische und muslimische Minderheiten.

Gesetzliche Feiertage sind: Neujahr (1. Januar), Ostern, der Unabhängigkeitstag am 18. April, der Tag der Arbeit am 1. Mai, der Afrikatag am 25. Mai, an dem der Gründung der Organisation der Afrikanischen Einheit (OAU) gedacht wird, der Heldentag (11. August), der Tag der Streitkräfte (12. August) sowie Weihnachten (24. und 25. Dezember). Darüber hinaus werden im ganzen Land an verschiedenen Tagen örtliche religiöse Feste begangen.

Als Simbabwe 1980 unabhängig wurde, verfügte es nur über ein begrenztes Verwaltungs- und Sozialsystem. Die neue Regierung plante, ein umfassendes System zur sozialen Sicherung einzuführen. Die durchschnittliche Lebenserwartung beträgt 37 Jahre bei Frauen und 38,6 Jahre bei Männern (2004). Die Kindersterblichkeit liegt bei 67 Todesfällen pro Tausend Lebendgeburten (2004). Die Immunschwächekrankheit AIDS hat sich in den neunziger Jahren auf alle Bevölkerungsgruppen ausgebreitet und ist nun häufigste Todesursache geworden.

Der Alphabetisierungsgrad beträgt 91,3 Prozent (2004). Der Besuch der Grundschule ist kostenlos. Die allgemeine Schulpflicht umfasst 7 Jahre (2000). Zu den höheren Bildungseinrichtungen des Landes gehören eine Reihe von landwirtschaftlichen und technischen Hochschulen und mehrere Seminare zur Ausbildung von Lehrern. An der Universität Simbabwe in Harare (gegründet 1955) sind über 9 200 Studenten eingeschrieben.

Simbabwe verfügt über 2 Tageszeitungen und eine große Anzahl von Zeitschriften. Die staatlichen Funk- und Fernsehanstalten haben ihren Sitz in Harare. Es gibt 16 Fernseh- und 28 Radiostationen (2000).

Nach der Verfassung von 1980 ist Simbabwe eine Präsidialrepublik im Commonwealth of Nations; die Verfassung wurde zuletzt 1990 verändert.

Die Exekutive liegt beim Staatspräsidenten. Er wird für eine Amtszeit von sechs Jahren direkt gewählt und hat sowohl das Amt des Staatspräsidenten als auch das des Regierungschefs inne. Der Präsident ernennt den Vizepräsidenten und die Minister.

Die Legislative liegt beim Parlament (House of Assembly), das 150 Mitglieder umfasst. 120 davon werden direkt gewählt, 20 werden vom Staatspräsidenten ernannt, zehn Sitze werden Stammeshäuptlingen vorbehalten. Eine Legislaturperiode dauert fünf Jahre.

Das Verfassungsgericht besteht aus einem Vorsitzenden und vier weiteren Richtern. Es entscheidet erstinstanzlich über bestimmte verfassungsrechtliche Fragen; in allen anderen Fragen fungiert es als Appellationsinstanz. Der Oberste Gerichtshof besteht aus 13 Richtern und entscheidet erstinstanzlich über wichtige zivil- und strafrechtliche Fälle. Alle weiteren Fälle übernehmen die Regional-, Magistrats-, Dorf- und Gemeindegerichte.

Simbabwe ist in acht Provinzen und zwei Städte (Harare und Bulawayo) mit Provinzstatus gegliedert. Die acht Provinzen werden von Gouverneuren regiert, die von der Zentralregierung ernannt werden.

Die bedeutendste und seit 1980 nahezu autark regierende Partei Simbabwes ist die Zimbabwe African National Union-Patriotic Front (ZANU-PF), sie entstand 1987/88 durch die Vereinigung der Zimbabwe African National Union und der Zimbabwe African People’s Union (ZAPU). Stärkste Oppositionspartei ist der Movement for Democratic Change (MDC).

Simbabwe verfügt über Streitkräfte mit einer Stärke von insgesamt 29 000 Mann, davon 25 000 beim Heer und 4 000 bei der Luftwaffe (2002). Etwa 3 000 Soldaten Simbabwes waren in Moçambique stationiert.

Simbabwe hat eine der vielfältigsten Volkswirtschaften aller afrikanischen Länder. Der Bergbau und in geringerem Ausmaß die Landwirtschaft sind die wichtigsten Bereiche, doch der Industriesektor ist ebenfalls gut entwickelt. Nach der einseitigen Erklärung der Unabhängigkeit 1965 verhängten die Vereinten Nationen ein Handelsembargo gegen Rhodesien, das die Wirtschaft des Landes zunächst nicht ernsthaft beeinträchtigen konnte. In den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts wurden zahlreiche regionale Industrien aufgebaut, die Ersatzgüter produzierten, und das Land wurde von Lebensmitteleinfuhren unabhängig. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) beträgt 8 304 Millionen US-Dollar (2002; Dienstleistungen 58,8 Prozent, Industrie 23,8 Prozent, Landwirtschaft 17,4 Prozent), woraus sich ein BIP pro Kopf von 640 US-Dollar ergibt. Die Wachstumsrate liegt bei durchschnittlich 1,14 Prozent (1990–2002).

26 Prozent der erwerbstätigen Bevölkerung arbeiten in der Landwirtschaft. Das wichtigste Anbauprodukt ist Tabak. Er wird vor allem in den nördlichen und zentralen Gebieten angebaut. Andere wichtige Erzeugnisse sind Kaffee, Baumwolle und Zuckerrohr. Durch die Wirtschaftssanktionen ging der Export von Tabak in den siebziger Jahren zurück, und seither werden verstärkt Mais und andere Lebensmittel wie Hirse, Mohrenhirse und Weizen angebaut. Andere wichtige landwirtschaftliche Erzeugnisse sind Erdnüsse, Kartoffeln, Bohnen und Orangen. Viehzucht und Milchwirtschaft sind ebenfalls von großer Bedeutung. Dabei wird der Schwerpunkt auf die Haltung von Rindern, Ziegen, Schafen, Schweinen und Hühnern gelegt.

In Simbabwe werden jährlich 8,12 Millionen Kubikmeter Brennholz geschlagen (2002). In den Binnengewässern werden 13 200 Tonnen Fisch gefangen (2001).

Simbabwe ist reich an Bodenschätzen und weltweit ein führender Lieferant von Chromerz, Gold und Nickel. Andere Bodenschätze sind Asbest, Kohle, Eisenerz und Kupfererz. Die meisten Vorkommen liegen im Great Dyke, einer Hügelkette, die das Land von Norden nach Süden durchzieht. Hier werden u. a. Chromerze, Kupfer, Asbest, Nickel, Gold, Silber und Eisenerz abgebaut. Große Kohlereserven liegen im Nordwesten des Landes bei Hwange. Weitere Bodenschätze sind Cobalt und Zinn.

Die Industrieproduktion in Simbabwe verzeichnete nach dem 2. Weltkrieg (1939-1945) hohe Zuwachsraten. Die wichtigsten Produkte sind Nahrungsmittel, Maschinen, Metallprodukte, Textilien, Düngemittel, chemische Produkte und alkoholische Getränke. Andere wichtige Erzeugnisse sind Fahrzeuge, Elektromaschinen, Zellstoff- und Papiererzeugnisse, Tabakwaren und pharmazeutische Produkte.

Der größte Teil des Strombedarfs von Simbabwe wird durch den Karibadamm am Sambesi abgedeckt. Ein großes Heizkraftwerk wurde in den achtziger Jahren in der Nähe der Kohlenminen von Wankie (Hwange) im Nordwesten des Landes erbaut.

Das Straßennetz hat eine Gesamtlänge von etwa 86 000 Kilometern. Das Land verfügt außerdem über ein Schienennetz von 2 759 Kilometer Länge (1997); es verbindet Simbabwe mit Sambia, Botswana, Südafrika und den Häfen in Moçambique am Indischen Ozean. Die Straßen- und Schienenwege nach Sambia und Moçambique wurden 1980, nach Erlangung der Unabhängigkeit, wieder hergestellt. Die meisten größeren Städte verfügen über einen Transportflughafen.

Landeswährung ist der Zimbabwe-Dollar (früher Rhodesischer Dollar) zu 100 Cents. Zentralbank und einzige Notenbank des Landes ist die Reserve Bank of Zimbabwe (1964).

Die Handelsbilanz ist positiv. Zu den wichtigsten Exportgütern zählten Tabak, Asbest, Gold, Baumwolle, Stahl, Nickel und Fleisch. Wichtige Importgüter waren Erdölprodukte, Maschinen und Fahrzeuge. Die wichtigsten Handelspartner Simbabwes sind Großbritannien, Südafrika, die USA und Deutschland.

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